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Dänische Regierungschefin zieht die Reissleine

Helle Thorning-Schmidt: Regierungschefin gibt Amt ab. Keystone

Die dänische Regierungschefin Helle Thorning-Schmidt ist von der Spitze der Sozialdemokraten zurückgetreten. Sie räumte damit ihre Niederlage bei den Parlamentswahlen ein.

Veröffentlicht am 19.06.2015

Die dänische Regierungschefin Helle Thorning-Schmidt hat ihre Niederlage bei der Parlamentswahl eingeräumt. Sie trete deshalb als Chefin der Sozialdemokraten zurück, sagte die Ministerpräsidentin. Das oppositionelle Mitte-Rechtsbündnis des ehemaligen Ministerpräsidenten Lars Lokke Rasmussen lag nach Auszählung aller Stimmen vor den Sozialisten.

Thorning-Schmidt war 2011 zur ersten Frau an der Spitze einer dänischen Regierung gewählt worden. Nach vier Jahren muss sie einer Mitte-Regierung weichen, die sich mit dem Rechtspopulisten ins Bett legt. Entsprechend hat Dänemark einen neuen Strippenzieher: Kristian Thulesen Dahl. Ministerpräsident wird er wohl nicht.  Doch in der dänischen Politik dürfte der Rechtspopulist das Zünglein an der Waage sein. Mit seiner «Dansk Folkeparti» (DF) hat der 45-jährige Lehrersohn Dänemark nach rechts gerückt. Die erste Parlamentswahl mit ihm als Parteichef ist zugleich die erfolgreichste in der Geschichte der Rechtspopulisten.

Aufstieg unter neuer Führung

Nachdem «Kronprinz Kristian» den Parteivorsitz 2012 von der damaligen DF-Chefin Pia Kjærsgaard übernommen hatte, gab der charismatische Familienvater der Dänischen Volkspartei einen neuen strategischen Anstrich: ein weniger scharfer Ton, dafür mehr Fokus auf soziale Themen. Wenn Parteimitglieder allzu extreme Ansichten äusserten, wies er sie in die Schranken. Seitdem kennt seine Partei nur eine Richtung: nach oben.

Der glühende Fussballfan (angeblich vom FC Liverpool), der ursprünglich aus einer sozialliberalen Familie stammt, wird für seine kontrollierte und besonnene Art über seine Partei hinaus bewundert. Freunde habe er aber wenige, soll er nach Medienberichten einmal gesagt haben. Im Parlament hat Thulesen Dahl den Ruf, zwar nahezu immer zu spät zu kommen, dafür aber bestens vorbereitet zu sein.

(reuters/sda/ise/ama)

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