Die beiden Wegelin-Bankiers Konrad Hummler und Otto Bruderer wollen einen Streit mit CVP-Präsident Christophe Darbellay im Gespräch schlichten. Darbellay hatte die Bankiers wegen angeblicher Diffamierung des Finanzplatzes Schweiz als «Verräter» bezeichnet.

Darauf klagten Hummler und Bruderer den CVP-Präsidenten ein. Sie sahen in der Bezeichnung «Verräter» eine Persönlichkeitsverletzung. Am Freitag, 25. Januar, sollten sich Hummler und Darbellay in Teufen AR vor der amtlichen Vermittlerin treffen. Dieser Termin wurde jetzt abgesagt, wie die Bank Wegelin mitteilte. Im Sinne einer Deeskalation werde ein aussergerichtlicher Vergleich angestrebt. Darbellay, Hummler und Bruderer hätten ein Gespräch vereinbart, heisst es in dem kurzen Communiqué.

Wegelin bekennt sich schuldig 

Die in den USA wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung angeklagte Privatbank Wegelin einigte sich Anfang Jahr mit den US-Behörden. Die Bank bekannte sich vor Gericht schuldig und willigte in eine Millionenbusse ein. Im Gegenzug stellen die US-Justiz- und Steuerbehörden die Strafverfolgung gegen Wegelin ein. Die «Aargauer Zeitung» zitierte Anfang Dezember in einem Bericht Hummler und Bruderer mit den Worten, das bewusst falsche Verhalten der Bank Wegelin in den USA entspreche dem allgemeinen Verhalten der Schweizer Banken. 

CVP-Präsident Christophe Darbellay sah darin eine Diffamierung des Finanzplatzes Schweiz. Wer so etwas sage, sei ein Verräter. Auf diese Aussage Darbellays reagierten Hummler und Bruderer mit der Klage. 

(muv/sda)