31. Okt 2006: Vor dem Hintergrund der Diskussion über exorbitante Boni für Verwaltungsräte und Geschäftsleitungen lanciert Minder die «Volksinitiative gegen die Abzockerei». Aktionäre börsenkotierter Unternehmen sollen künftig an der Generalversammlung über die Gesamtsumme der Löhne, Boni und andere Vergütungen von Verwaltungsräten und Geschäftsleitung (Managern) entscheiden können.

26. Feb. 2008: Minders Volksinitiative wird mit knapp 115'000 Unterschriften eingereicht.

5. Dez. 2008: Der Bundesrat legt einen indirekten Gegenvorschlag in Form einer Aktienrechtsrevision vor. Die VR-Vergütungen sollen als Gesamtbetrag jährlich von der GV genehmigt werden.

11. Juni 2009: Der Ständerat lehnt die Abzocker-Initiative ab und setzt auf den indirekten Gegenvorschlag des Bundesrates. Er verwässert diesen aber stark.

10. Feb. 2010: Alt Bundesrat Christoph Blocher und Thomas Minder einigen sich darauf, dass die Abzocker-Initiative zurückgezogen wird, falls das Parlament das Aktienrecht aufgrund von Vorschlägen aus der SVP verschärft: Abstimmung der Generalversammlung über die Fixlöhne von Verwaltungsrat und Geschäftsleitung sowie ein Verbot der «goldenen Fallschirme».

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Märzsession 2010: Der Nationalrat beschliesst einen direkten Gegenvorschlag zur Abzocker-Initiative (auf Verfassungsebene). Dieser nimmt einen Teil der Forderungen der Initiative auf, lässt aber den Unternehmen mehr Handlungsspielraum.

2. Juni 2010: Der Nationalrat verzichtet auf seinen direkten Gegenvorschlag und schwenkt auf die Linie des Ständerates ein. Ausserdem beschliesst er wie die kleine Kammer eine Verlängerung der Behandlungsfrist der Abzocker-Initiative.

Herbst 2010: Die Rechtskommission des Ständerates erarbeitet zwei Vorlagen zur Aktienrechtsreform.

14./16. Dez. 2010: Der Ständerat spricht sich für eine Aktienrechtsreform (als indirektem Gegenvorschlag) mit Bonus-Steuer aus.

21. März 2011: Die Juso reichen ihre Volksinitiative «1:12 für gerechte Löhne» ein, die sich gegen exorbitante Manager-Löhne wendet. Sie kommt mit über 113'000 gültigen Unterschriften zustande.

April/Mai 2011: Die nationalrätliche Rechtskommission macht sich für einen direkten Gegenvorschlag zur Abzocker-Initiative auf Verfassungsebene stark.

7. Juni 2011: Nach dem Nationalrat beschliesst auch der Ständerat, die Frist für die Behandlung der Initiative um ein weiteres Jahr zu verlängern, um die Differenzen beim Gegenvorschlag auszuräumen.

7. Dez. 2011: Nachdem der Nationalrat zum zweiten Mal Nein zu einer Bonussteuer gesagt hat, wird der indirekte Gegenvorschlag zur Abzocker-Initiative nicht mit einer solchen Steuer angereichert.

6. März 2012: Der Nationalrat macht einen direkten Gegenvorschlag zur Abzocker-Initiative mit einer Bonussteuer.

31. Mai 2012: Der Ständerat stimmt dem direkten Gegenvorschlag zu. Die Eidg. Räte einigen sich darauf, der Abzockerinitiative einen direkten Gegenvorschlag gegenüberzustellen, der eine Bonussteuer beinhaltet.

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15. Juni: Der Nationalrat lehnt den direkten Gegenvorschlag und damit die Bonussteuer ab. Das Initiativkomitee behält sich den Rückzug der Initiative vor.

28. Juni: Thomas Minder gibt bekannt, dass er an der Abzocker-Initiative festhält. Das Abstimmungsdatum steht noch nicht fest