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Das sagt Chinas Staatschef zu Schweizer Unternehmern

Chinas Präsident Xi Jinping hat sich mit schweizerischen Unternehmern getroffen, bevor er ans WEF fährt. Er warnte deutlich vor Protektionismus - dabei setzt er auf die Schweiz als Verbündeten.

Veröffentlicht am 16.01.2017

China will sich gegen eine wirtschaftliche Abschottung zur Wehr setzen, mit der etwa der künftige US-Präsidenten Donald Trump liebäugelt. «Protektionismus, Populismus und Entglobalisierung sind auf dem Vormarsch», sagte der chinesische Präsident Xi Jinping in Bern vor rund 30 schweizerischen Unternehmern. «Das ist nicht gut für eine engere weltweite Zusammenarbeit.»

Unter diesen Vorzeichen gewinne die Kooperation mit der Schweiz an Bedeutung, hatte Xi zuvor an einer gemeinsamen Medienkonferenz mit Bundespräsidentin Doris Leuthard gesagt. Der chinesische Staatschef drückte dabei seinen Optimismus aus, dass sich die Beziehungen zwischen der Schweiz und China weiterentwickeln und ein höheres Niveau erreichen könnten.

Lob für die Schweizer Wirtschaft

Innovation war das Wort, das Xi Jinping am so genannten Business Roundtable am meisten verwendete – im Lob über die Schweizer Wirtschaft vor allem, aber auch über den Charakter der schweizerisch-chinesischen Beziehungen.

Immerhin hatten sich der damalige Bundespräsident Johann Schneider-Ammann und Xi vor einem Jahr in Peking auf eine Innovative Strategische Partnerschaft zwischen der Schweiz und der Volksrepublik China geeinigt – zwischen dem grössten asiatischen Handelspartner der Schweiz, dem drittgrössten überhaupt nach der EU und den USA, und dem derzeit nach Rankings innovativsten Land der Welt, wie Xi vor den Schweizer Wirtschaftsvertretern betonte.

Chinas Verantwortung wächst

Die chinesische Wirtschaft brauche eine Aufwertung im Sinne von Qualität und Nachhaltigkeit, sie solle auch grüner werden, sagte der chinesische Staats- und Parteichef. Mehr Qualität bräuchten ebenso die Infrastruktur und die Finanzdienstleistungen. In so genannten pilote free trade zones (Freihandels-Pilotzonen) wie in Shanghai würden derzeit Wirtschaftsmodelle getestet.

Bundespräsidentin Doris Leuthard betonte im Gegenzug, das Interesse am Austausch sei gegenseitig. Die Schweiz sei froh, dass China in einer Zeit, in der protektionistische Tendenzen zunähmen, für freien Handel einstehe. Leuthard sagte: «Der Bundesrat würdigt, dass China bei vielen globalen Herausforderungen immer mehr Verantwortung übernimmt.»

Ungewissenheit durch den Kurs der USA

Die Spannungen zwischen China und den USA und die damit verbundene Ungewissheit prägen den Besuch Xi Jinpings in der Schweiz und auch seine Präsenz am Weltwirtschaftsforum. Es ist der erste Besuch eines chinesischen Staatschefs am WEF, China steht darum beim diesjährigen Treffen stark im Fokus.

Xi wird begleitet von einer hochkarätigen Delegation. Es nehmen zahlreiche chinesische Führungspersonen aus Politik und Wirtschaft am WEF teil, darunter Jack Ma, Chef der Alibaba-Gruppe und Mitglied des WEF-Stiftungsrats.

Xi wird am Dienstag das 47. WEF-Jahrestreffen eröffnen, seine Rede hält er nach einem Grusswort von Leuthard. «Ich erwarte, dass Präsident Xi aufzeigen wird, wie China eine anpassungsfähige und verantwortungsvolle Führungsrolle in der Welt einnehmen will«, sagte WEF-Gründer und -Patron Klaus Schwab an einer Medienkonferenz im Vorfeld des Treffens in Davos. Schon bald werde China als ökonomische Macht mit den USA gleichziehen.

(sda/reuters/me/chb)

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Jedes Jahr trifft sich die politische und wirtschaftliche Elite in Davos am Weltwirtschaftsforum und diskutiert über die Zukunft der Welt. Dieses Jahr sind dabei:Xi Jinping, Präsident von China