Zu 30 Prozent hält die UBS es für möglich, dass sich Griechenland von der Euro-Währung verabschiedet. Bis Ende Monat muss Athen 1,6 Milliarden Euro an seine Gläubiger zurückzahlen – ein Teil davon wird bereits diesen Freitag fällig.

Angesichts der dramatischen Lage verschieben immer mehr Griechen ihre Ersparnisse ins Ausland: 3 bis 7 Milliarden Euro fliessen monatlich aus Griechenland ab. Die Banken haben nur noch 3 bis 4 Milliarden Euro zur Verfügung, schätzt die UBS in der aktuellen Studie. Ohne Geld von der Europäischen Zentralbank müsse Griechenland wahrscheinlich Kapitalverkehrskontrollen erlassen, um die Banken zu retten, schreibt die UBS. Die Wahrscheinlichkeit dafür beziffert die Bank auf 40 bis 50 Prozent.

Lagarde und Draghi in Berlin

Dass die Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB) sich am Montag im Bundeskanzleramt in Berlin zu Diskussionen einfanden, ist ein weiteres Indiz dafür, dass die Griechenland-Krise nun einmal mehr in eine heisse Phase kommt.

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Bislang konnte man sich immer wieder mit Athen auf einen Kompromiss einigen. «Das dürfte diesmal wieder der Fall sein», sagt Harald Preissler, Chefökonom des Zuger Anleiheinvestors Bantleon. «Alle Beteiligten – auch Athen selbst – haben ein Interesse daran, dass Griechenland im Euro bleibt.» Das internationale Hilfsprogramm für Griechenland läuft bis Ende Juni. Um zusätzliche Milliarden zu erhalten, muss das Land laut den Geldgebern Reformen umsetzen.

«Wir lassen uns nicht erpressen»

Bislang zeigt sich die griechische Regierung unbeeindruckt von den Bedingungen von EU, EZB und IWF. Griechenlands stellvertretender Regierungschef Giannis Dragasakis sagte am Dienstag, sein Land lasse sich nicht erpressen.

Ministerpräsident Alexis Tsipras erklärte, seine Regierung habe den Gläubigern in der Nacht auf Dienstag auf einen realistischen und konkreten Plan zur Lösung des Schuldenstreits übermittelt.

(mit Material der Agentur Reuters)