Die grössten Sorgen der Schweizerinnen und Schweizer sind Arbeitslosigkeit, Ausländerfragen und die Altersvorsorge. Das zeigt das jährliche Sorgenbarometer von Credit Suisse und gfs.bern, das nun zum 40. Mal erhoben wurde. In ihrer heute veröffentlichten Umfrage stellen die Autoren eine zunehmende Heterogenität der Sorgen fest. «Früher gab es zwei bis drei Hauptsorgen, die vom grössten Teil der Befragten genannt wurden», so René Buholzer, Leiter Politik und Nachhaltigkeit bei der Credit Suisse. «Heute haben diese an Zuspruch verloren, dafür sind viele kleine Sorgen dazugekommen.»

45 Prozent der Befragten machen sich demnach am meisten Sorgen über Arbeitslosigkeit einschliesslich Jugendarbeitslosigkeit. Immerhin sind das elf Prozentpunkte weniger als im Jahr zuvor. Weniger Sorgen bereiten auch Ausländerfragen samt Integration und Personenfreizügigkeit (36 Prozent, minus 7 Prozentpunkte) sowie die AHV/Altersvorsorge (28 Prozent, minus 10 Prozentpunkte). Etwas in den Hintergrund gerückt ist demnach die Angst um ein Wiederaufflammen der Eurokrise und der damit verbundene Druck auf den Schweizer Franken. Die Befragten können jeweils aus einer Auswahl von 37 Sorgen die fünf für sie wichtigsten bestimmen.

Breite Unterstützung für die bilateralen Verträge

Einen Sprung in die zehn meistgenannten Sorgen machte das Thema Verkehr. Das Thema wurde in diesem Jahr intensiv diskutiert: Soll die Bahn aus ökologischen Gründen bevorteilt werden oder sind Schiene und Strasse gleich zu behandeln, war eine der drängenden Fragen. Nach der Ablehnung der «Milchkuhinitiative» geht es im Februar 2017 weiter mit der Abstimmung über den Nationalstrassen- und Agglomerationsverkehrs-Fonds (NAF).

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Sprunghaft zugenommen hat seit dem vergangenen Jahr die Unterstützung in der Bevölkerung für die bilateralen Verträge. Vier von fünf Schweizerinnen und Schweizer (81 Prozent) wollen die «Bilateralen» mit der EU fortsetzen. Die Unterstützung hat seit letztem Jahr sprunghaft zugenommen: Damals befürworteten 60 Prozent eine Fortsetzung. Noch weniger Rückhalt als letztes Jahr erhält die Kündigung der Verträge: Nur 19 Prozent sprachen sich dafür aus, 5 Prozent weniger als letztes Jahr.

Schweizer wollen nicht in die EU

Immer skeptischer beurteilen die Stimmberechtigten jedoch einen EU-Beitritt. Die Zustimmung dafür schmolz von 23 auf 10 Prozent der Befragten. 50 Prozent (plus 4 Prozentpunkte) sehen in einem EWR-Beitritt eine Alternative.

Im Auftrag der Credit Suisse führte das Forschungsinstitut gfs.bern im Juli 2016 eine repräsentative Umfrage unter 1010 Stimmberechtigten in allen Landesteilen durch.

(moh/sda)