Schiitische Huthi-Rebellen haben den Jemen überrannt, Saudi-Araben greift mit Luftschlägen von aussen ein. Ein Überblick der wichtigsten Akteure im Machtkampf:

Die Huthis

Die Huthis sind ein schiitischer Volksstamm aus dem Nordjemen. Im vergangenen September eroberten rund 30'000 Anhänger die Hauptstadt Sanaa, Anfang des Jahres setzten sie dort Präsident Abed Rabbo Mansur Hadi und die Regierung in deren Häusern fest. Binnen weniger Wochen brachten sie die Westküste und den Süden des Landes unter Kontrolle.

Präsident Abed Rabbo Mansur Hadi

Dem jemenitischen Präsidenten gelang die Flucht aus Sanaa in die südjemenitische Stadt Aden. Von dort aus versuchte er weiterzuregieren. Als die Huthis vorrückten, musste der von den USA und Saudi-Arabien unterstützte Staatschef auch seine dortige Residenz verlassen. Sein neuer Aufenthaltsort bleibt zunächst unklar.

Saudi-Arabien

Das Königreich hat als reichster Golfstaat ein grosses Interesse daran, den bettelarmen Jemen unter sunnitischer Kontrolle zu halten. Seit Donnerstag fliegt die Monarchie Luftangriffe gegen Huthi-Stellungen.

Der Iran

Das Land versucht hingegen als Rivale Saudi-Arabiens, via Sanaa einen Fuss auf die Arabische Halbinsel zu bekommen. Das schiitische Land gilt als Verbündeter der Huthi-Rebellen und forderte einen Stopp der militärischen Angriffe Saudi-Arabiens.

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Ex-Präsident Ali Abdullah Saleh

Ex-Präsident Ali Abdullah Saleh schlug einst Aufstände der Huthis nieder, heute gilt er als heimlicher Verbündeter der Rebellen. Die Vereinten Nationen (UNO) werfen ihm vor, das Chaos im Jemen geschürt zu haben und einen Weg zurück an die Macht zu suchen. Der Langzeitherrscher war nach Protesten gegen ihn Anfang 2012 zum Rücktritt gezwungen worden.

Al-Kaida auf der Arabischen Halbinsel

Al-Kaida auf der Arabischen Halbinsel (AQAP) ist der mächtigste Ableger des weltweit agierenden Terrornetzwerkes. Die sunnitischen Extremisten gelten als heimliche Gewinner im Machtpoker um den Jemen. Mit ihren Anschlägen gegen die schiitischen Huthis punkten sie vor allem bei ärmeren sunnitischen Stämmen.

(sda/dbe)