So hektisch und erbittert wie der gesamte Wahlkampf in den vergangenen Monaten im Rennen um das Weisse Haus war auch der Wahltag selbst. Präsident Barack Obama und sein republikanischer Rivale Mitt Romney kämpften am Dienstag bis zur letzten Minute erbittert um jede Stimme.

Im möglicherweise wahlentscheidenden Staat Ohio kam es zu einem symbolträchtigen Aufeinandertreffen beider Lager auf dem Rollfeld des Flughafens von Cleveland, der zweitgrössten Stadt Ohios.

Romney und sein Vizepräsidentschaftskandidat Paul Ryan versuchten mit Auftritten am Wahltag in besonders umkämpften Staaten wie Ohio alles, um eine Entscheidung zu ihren Gunsten zu erreichen. Ihren Besuch in Cleveland hatten Romney und Ryan erst am Montag vereinbart.

Aber die Demokraten wollten den beiden die Show offenbar nicht gönnen. Während Romney noch auf dem Flughafen auf die Ankunft Ryans wartete, platzte dort überraschend der demokratische Vizepräsident Joe Biden hinein, dessen Maschine unangekündigt in Cleveland landete.

Später nichts vorwerfen

Der Showdown zeigte vor allem, wie wichtig Ohio mit seinen 18 Wahlmännerstimmen für beide Seiten ist. In Umfragen lag Obama dort zuletzt knapp vorn. Romney begründete seine Last-Minute-Auftritte damit, dass er sich später nichts vorwerfen wolle.

Wenn er nur mit ein paar hundert Stimmen Unterschied verlieren sollte, dann möchte er sich später nicht fragen, warum er nur herumgesessen habe. Jetzt sei er sicher, dass er zurückblicken und mit seinem Wahlkampf zufrieden sein könne.

Obama blieb am Dienstag in seiner Heimatstadt Chicago und versuchte, telefonisch und über Satellit die Wähler in den sogenannten Swing States zu erreichen, den Staaten, in denen die Mehrheiten immer wechseln können.

Trotz aller Rivalität gratulierte Obama Romney zu dessen «engagiertem Wahlkampf». Seine Unterstützer seien genauso engagiert und enthusiastisch wie die der Demokraten.

(rcv/sda)

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