Der ehemalige Mitarbeiter der Bank Sarasin habe den Strafantrag der Zürcher Staatsanwaltschaft zu Protokoll gegeben, sagte Leis Anwalt Valentin Landmann auf Anfrage. Er bestätigte damit Berichte der «NZZ am Sonntag» und des «SonntagsBlick».

Der IT-Mitarbeiter macht geltend, dass er Lei in seiner Funktion als Anwalt aufgesucht habe, als er ihm die gestohlenen Bankdaten von Nationalbankpräsident Philipp Hildebrand vorlegte. Zudem habe er der Weiterleitung nicht zugestimmt.

Diese Aussagen bestreitet Lei jedoch. «Zwischen dem mutmasslichen Datendieb und Herrmann Lei bestand nie ein Mandatsverhältnis», sagte Landmann der Nachrichtenagentur sda. Die beiden hätten sich als ehemalige Schulkollegen getroffen und wegen der Hildebrand-Daten täglich mehrmals Kontakt gehabt.

«Lei steht zu allem, was er getan hat»

Lei habe zudem keineswegs gegen den Willen des mutmasslichen Datendiebes gehandelt. «Alles passierte in Absprache mit ihm und auf dessen eigenen Wunsch.» Lei stehe zu allem, was er getan habe und sei, was diesen Strafantrag betreffe, sehr zuversichtlich.

Das weitaus gravierende Verfahren gegen Lei eröffnete die Zürcher Staatsanwaltschaft III am Freitag. Sie ermittelt wegen Verletzung des Bankgeheimnisses, weil Lei die heiklen Daten über Devisentransaktionen auf Hildebrands Konto an SVP-Vizepräsident Christoph Blocher weiterleitete.

(laf/sda)

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