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Haushalt
Defizit: Steuererhöhung im Glarus «unvermeidbar»

Die Glarner Idylle täuscht: Der Kanton muss hart sparen.   Keystone

Der Kanton Glarus steckt trotz Sparprogramm in den roten Zahlen. Die Regierung verschärft den Kurs und hält Steuererhöhungen für unumgänglich.

Veröffentlicht am 01.10.2014

Der Kanton Glarus budgetiert für das kommende Jahr rote Zahlen. Der Ausgabenüberschuss beträgt 4,9 Millionen Franken bei Gesamtausgaben von 330 Millionen Franken. Und die roten Zahlen werden so rasch nicht verschwinden.

Der Kanton kämpfe trotz Sparprogramm mit einem Ausgabenproblem, schrieb am Mittwoch die Glarner Regierung zum publizierten Voranschlag 2015. Gegenüber dem letztjährigen Budget steigt der Aufwand um vier Prozent, gegenüber der Jahresrechnung 2013 sogar um sechs Prozent. Die finanzielle Zukunft des Kantons bedeutet der Regierung zufolge eine grosse Herausforderung. Das strukturelle Defizit belaufe sich in den kommenden Jahren auf acht bis zehn Millionen Franken jährlich.

Spielraum für neue Ausgaben fehlt

Laut Regierung gibt es keinen Spielraum für neue Ausgaben ohne Gegenfinanzierung, weil das Finanzhaushaltgesetz mittelfristig eine ausgeglichene Rechnung vorschreibt. Einsparungen seien unumgänglich. Andernfalls sei die fiskalpolitische Zielsetzung in höchstem Masse gefährdet, und Steuererhöhungen seien nicht mehr vermeidbar. Zuvor hatte bereits der Kanton Schwyz Steuererhöhungen beschlossen, der so sein Minus zu mildern hofft. Immerhin hat das Personal keinen Grund zum Klagen. Im Personalaufwand ist eine Lohnerhöhung von einem Prozent enthalten.

Auf 18 Millionen Franken (Vorjahr 22 Millionen) belaufen sich die Nettoinvestitionen. Der Selbstfinanzierungsgrad liegt bei 29 Prozent, um fünf Prozentpunkte höher als im letztjährigen Voranschlag.

(sda/me/ama)
 

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