Die wichtigsten Entwicklungen in Kürze:

  • Nein zur Durchsetzungsinitiative der SVP.
  • Die Gotthard-Initiative ist angenommen, die Initiative gegen Nahrungsmittelspekulation ist gescheitert.
  • Knapp abgelehnt ist auch die CVP-Initiative zur Heiratsstrafe.

Die Einzelheiten im Liveticker:

18:35 Uhr: Wir beenden den Ticker und bedanken uns für Ihre Aufmerksamkeit. Die Resultate des Tages stehen nun fest. Die Durchsetzungsinitiative der SVP wurde überraschend klar abgelehnt. Der unglaublich harte Wahlkampf hatte auf ein knappes Ergebnis gedeutet. Auch die Juso-Vorlage zum Spekulationsstopp blieb chancenlos. Knapper wurde es bei der CVP-Initiative zur Abschaffung der Heiratsstrafe. Das Nein dürfte durch die umstrittene Definition der Ehe im geplanten Verfassungstext verursacht sein worden. Völlig unbestritten – und auch dies ist eine Überraschung – war der Bau eines zweiten Strassentunnels durch den Gotthard.

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Zusätzlich fanden in fünf Kantonen Regierungswahlen statt. Im Kanton Nidwalden wurde in der ersten Runde kein Nachfolger für den zurückgetretenen FDP-Mann bestimmt. In St. Gallen konnten sechs der sieben Sitze im ersten Wahlgang besetzt werden. Die SVP hat den angestrebten zweiten Sitz nicht geholt. Um den siebten Sitz kommt es zu einem zweiten Wahlgang. Im Kanton Thurgau setzt sich die Regierung wie bisher aus zwei SVP-Mitgliedern, sowie jeweils einem Vertreter von CVP, SP und FDP zusammen.

Im Kanton Bern wird die bürgerliche Wende zumindest verschoben. Einzig Christoph Ammann von der SP erreicht das absolute Mehr. Um den anderen freiwerdenden Sitz kommt es zu einem zweiten Wahlgang am 3. April.

17:46 Uhr: Noch nicht entschieden ist die Regierungsratswahl in Bern. Die SVP-Kandidaten liegen weiter vorne, aber es fehlen noch die Wahlkreise Bern-Mittelland und Biel – traditionell ist dort die SP im Vorteil.

17:30 Uhr: Genf und Bern haben ausgezählt. Nun fehlt nur noch die Waadt. Beide Kantone sagen Nein zur DSI und zur CVP-Initiative. Genf lehnt zudem als bisher einziger Kanton die zweite Gotthardröhre ab.

17:20 Uhr: Nun folgt noch die Elefantenrunde mit den Parteipräsidenten. Die Umsetzung der Ausschaffungsinitiative werde nun genaustens überwacht, sagt Toni Brunner (SVP). Für Philipp Müller ist klar, das die Umsetzung scharf sein wird. SP-Chef Christian Levrat bejubelt «die Wiederherstellung des Rechtsstaates». Christophe Darbellay freut sich zwar über das Nein – kritisiert aber auch die SP für ihr damaliges Nein zum Gegenvorschlag.

Toni Brunner macht hingegen schon einmal Werbung für die nächste SVP-Initiative «Landesrecht vor Völkerrecht». Philipp Müller kündet bereits Widerstand gegen die Initiative an. Man werde dabei wohl ähnlich wie heute vorgehen.

17:00 Uhr: Daniel Jositsch: «Volk steht zur Verfassung». Natalie Rickli: «Betroffen von Härte der Debatte».

16:55 Uhr: Auf SRF diskutieren nun Daniel Jositsch und Andrea Caroni für die Nein-Seite sowie Natalie Rickli und Gregor Rutz von der SVP über die Durchsetzungsinitiative. Rickli und Rutz fordern erneut die «pfefferscharfe Umsetzung» der Ausschaffungsinitiative. Für Daniel Jositsch ist klar, das der Kampf gegen «radikale Initiativen» der SVP weitergehen müsse. Als nächstes gehe es um die Menschenrechte an sich. Andrea Caroni lobt den Erhalt der Härtefallklausel und verweist auf die zahlreichen Delikte, die neu in den Strafkatalog gekommen waren.

16:33 Uhr: Eine Information zur Wahlbeteiligung. Erwartet werden 62 Prozent. Die Mobilisierung ist damit um einiges höher als bei den Wahlen im letzten Herbst (48,5 Prozent). Auch die sogenannte Initiative «Gegen Masseneinwanderung» (56,6 Prozent) im Jahr 2014 erreichte nicht den selben Teilnahmedrang. Letzmals mehr Abstimmende gab es bei der Frage des EWR-Beitritts im Dezember 1992.

16:26 Uhr: Kanton Zürich ist ausgezählt. 65 Prozent sagen Nein zur DSI. Interessant ist die hohe Wahlbeteiligung von über 66 Prozent bei dieser Vorlage. Der grösste Kanton sagt auch klar Nein zur CVP-Initiative gegen die Heiratsstrafe. Ist das die Wende bei dieser äusserst knappen Abstimmung?

16:20 Uhr: Auf SRF wird übers Ja zur zweiten Gotthardröhre diskutiert. Klar ist: Die Vorlage war im Volk unbestritten. Nach Auszählung von 23 von 26 Kantonen stehen im Moment 58,7 Prozent Ja.

16:02 Uhr: Trotz klarer Niederlage: Jura und Basel-Stadt stimmen für den Spekulationsstopp. Für eine linke Initiative in den letzten Jahren keine Selbstverständlichkeit.

15:53 Uhr: Nach Ablehnung der Durchsetzungsinitiative tritt nun die vom Parlament beschlossene Verschärfung des Strafgesetzes in Kraft. Eine Liste der Delikte, die eine Landesverweisung nach sich ziehen, finden sie hier.

15:48 Uhr: Regierungsratswahlen in St. Gallen. SVP-Kandidat Herbert Huser liegt noch hinter dem parteilosen Andreas Graf auf dem letzten Platz. Doch es kommt zu einem zweiten Wahlgang.

15:36 Uhr: Noch zwei Reaktionen aus dem Ausland. Die Wirtschaftsagentur Bloomberg schreibt, dass vor allem juristische Bedenken den Ausschlag zum Nein gegeben hätten. Thematisiert wird im Artikel auch das Hakenkreuz-Plakat im Zürcher Hauptbahnhof. Die österreichische «Krone» vermeldet das Nein der Schweizer ebenfalls und schreibt von «heftigen Kontroversen in dem Land».

15:21 Uhr: DSI gescheitert, zweite Gotthardröhre angenommen. Spannend bleibt es bei der Heiratsstrafe. Und im Kanton Bern. Dort strebt die SVP die bürgerliche Wende im Regierungsrat an und greift die Sitze der zurückgetretenen SP-Regierungsmitglieder Andreas Rickenbacher und Philippe Perrenoud an. Erst zwei von insgesamt zehn Verwaltungskreisen sind ausgezählt. Die beiden SVP Kandidaten liegen im Moment klar vorne.

15:10 Uhr: Während SRF wieder Delfine zeigt, bleiben wir natürlich bei der Politik. Die Durchsetzungsinitiative ist inzwischen definitiv gescheitert. Nach Ständen steht es 12,5 zu 3,5, das heisst eine Mehrheit der 23 Standesstimmen kann nicht mehr erreicht werden.

15:05 Uhr: Die Initiative zur Heiratsstrafe scheint nach der dritten GFS-Hochrechnung zu scheitern. 50,5 Prozent Nein, erwartet Claude Longchamp, dies bei einer Unsicherheit von noch einem Prozent.

15:03 Uhr: Nach Ständen steht es inzwischen 2,5 Ja zu 7 Nein bei der SVP-Initiative.

14:47 Uhr: Erste Reaktionen aus dem Ausland. «Schweizer lehnen Anti-Ausländer-Initiative ab», titelt Spiegel Online. Auch der deutsche TV-Sender NTV macht auf der Webseite mit der DSI auf. «Schweizer sagen Nein», so der Titel. Nicht gerade Titelstory, aber zumindest auf der Frontseite ist die Abstimmung auch bei der Japan Times.

14:33 Uhr: Solothurn lehnt DSI mit 63 Prozent ab.

14:22 Uhr: Kanton Aargau: 56 Prozent Nein zur DSI. Ebenfalls Nein zum Spekulationsstopp. Heiratsstrafe-Initiative und Gotthardtunnel Ja.

14:16 Uhr: Ein weiteres kantonales Resultat aus Basel-Land: Ja zum Gotthardtunnel, Nein zu den anderen Vorlagen. DSI mit 60 Prozent abgeschmettert.

14:12 Uhr: Dass die SVP-Durchsetzungsinitiative klar abgelehnt wird, hat laut dem Berner SP-Ständerat Hans Stöckli einen einfach Grund: «Wir haben die Ausschaffungsinitiative im Parlament umgesetzt», sagte er gegenüber Radio SRF. Das Gesetz müsse bald in Kraft gesetzt werden. Die Unia spricht von einem «Sieg der Zivilgesellschaft».

Allerdings dürfe nicht vergessen werden, dass auch der Vorschlag des Parlaments zur Umsetzung der Ausschaffungsinitiative ein Sonderrecht für Menschen ohne Schweizer Pass schaffe, so die Gewerkschaft.

14:07 Uhr: Claude Longchamp im SRF: «Durchsetzungsinitiative hat mehr mobilisiert als die nationalen Wahlen im Herbst».

14:05 Uhr: Das sich abzeichnende klare Nein zur Durchsetzungsinitiative ist für die SVP ein Grund zur Sorge: «Die Härtefallklausel wird missbraucht werden», sagte Fraktionschef Adrian Amstutz im Radio SRF.

14:00 Uhr: Einige Kantone haben inzwischen ausgezählt: Bei der DSI gibt es bisher zwei Ja-Kanone (Uri, Obwalden) und drei Nein-Kantone (Glarus, Appenzell Ausserrhoden, Graubünden). Die fünf genannten Kantone und Halbkantone stimmen der zweiten Gotthardröhre allesamt zu.

13:41 Uhr: SVP-Politiker Albert Rösti fürchtet eine Niederlage. «Mein Bauchgefühl sagt mit, dass die Durchsetzungsinitiative leider nicht durchkommt», sagt der künftige Parteipräsident. Er meint: «Wir stehen hier völlig allein.»

13:36 Uhr: Wegen der hohen Stimmbeteiligung dauert die Auszählung heute länger als in früheren Abstimmungen. Als erster Kanton hat Glarus definitive Ergebnisse abgeliefert. Der Kanton Glarus sagt Nein zur DSI und zum Spekulationsstopp. Ein Ja gibt es zur Abschaffung der Heiratsstrafe und zur zweiten Gotthardröhre.

13:33 Uhr: Hochrechnung zur Heiratsstrafe: 50,0 Prozent gegen 50,0 Prozent. Das ebenfalls nötige Ständemehr dürfte erreicht werden. Die DSI wird laut GFS mit 59 Prozent abgelehnt.

13:23 Uhr: Im Kanton Tessin zeichnet sich ein Ja zur DSI ab. Auch der zweite Strassentunnel durch den Gotthard wird im Südkanton voraussichtlich angenommen. Allerdings erreichen beide Vorlagen nur etwa 60 Prozent Ja. Insbesondere beim Gotthard ist das erstaunlich wenig.

13:03 Uhr: GFS-Hochrechnung zum Gotthard: 57 Prozent Ja. Longchamp: «Initiative ist durch». Die zweite wichtige Abstimmung scheint damit dank dem Sicherheitsargument durchzukommen. Die Initiative zur Nahrungsmittelspekulation scheitert laut Hochrechnung mit 60 Prozent Nein. Das wäre ein Achtungserfolg für die Juso-Vorlage. Keine Hochrechnung gibt es bisher zur DSI und zur Heiratsstrafe.

12:55 Uhr: SRF: Claude Longchamp schätzt das Nein zur DSI auf 55 Prozent. «Eine Niederlage für die SVP».

12:50 Uhr: Roger Köppel im Schweizer Fernsehen: «Massive Mobilisierung gegen die Initiative» gab den Ausschlag, wenn DSI abgelehnt wird.

12:44 Uhr: GFS-Prognose: Nein-Trend: Nahrungsmittelspekulation, DSI; Ja-Trend: Gotthard; Heiratsstrafe bleibt offen.

12:40 Uhr: Im Kanton Luzern zeichnet sich ein knappes Nein des Stimmvolks zur Durchsetzungsinitiative ab. Im Kanton Basel-Stadt ist die DSI sogar chancenlos und wird mit 69,4 Prozent klar verworfen.

12:25 Uhr: Nach Auszählung von 91 von total 114 Gemeinden zeichnet sich im Kanton Graubünden ein Nein zur Durchsetzungsinitiative ab. Gemäss den Zwischenresultaten, welche die Staatskanzlei am Sonntagmittag bekannt gab, legten 56,6 Prozent der Stimmenden ein Nein in die Urne. Auch im Wallis sieht es nach Auszählung der Hälfte der Gemeinden schlecht aus für die DSI. Selbst Savièse, die Gemeinde von SVP-Politiker Oskar Freysinger, entscheidet sich knapp gegen die DSI: Mit 1864 zu 1726 sind die Gegner hier leicht im Vorteil.

Im Graubünden dürfte der zweite Gotthard-Strassentunnel klar angenommen werden.

12:11 Uhr: Auch ausländische Medien beschäftigen sich heute mit der DSI. Was ist eigentlich ein «anständiger Ausländer»?, fragt die «Zeit» in ihrer Onlineausgabe.

12:01 Uhr: Eine erste Hochrechnung aus dem Kanton Zürich deutet auf einen massiven Schiffbruch der DSI hin. Nur 33,9 Prozent werden der Initiative im grössten Kanton prophezeit. Der zweite Gotthard-Strassentunnel dürfte dagegen mit 56,4 Prozent angenommen werden. Nach den Verlusten der Vorlage in den letzten Wochen doch eine Überraschung. Voraussichtlich abgelehnt werden dürfte die CVP-Initiative gegen die Heiratsstrafe. Eine erste Prognose des Statistischen Amts des Kantons Zürich sieht einen Nein-Stimmenanteil von 55 Prozent vor.

12:00 Uhr: Die Urnen sind geschlossen. Dank den bereits ausgezählten Briefstimmen dürften die ersten Ergebnisse bald vorliegen. Einzelne Gemeinden haben sogar schon Resultate vorgelegt – und es sieht nicht gut aus für die DSI.

11:31 Uhr: Der Abstimmungskampf war hart und bleibt es bis zum Schluss. Das sind die wichtigen Bilder zum Abstimmungssonntag

11:11 Uhr: Am Abstimmungssonntag werden knappe Ergebnisse erwartet. Hier noch einmal eine Übersicht über die Lage bei allen vier Initiativen.

10:49 Uhr: Das sind nach Analyse des Politologen Mark Baslinger so viele Tweets und Berichte in drei Wochen wie in fünf Monaten des eidgenössischen Wahlkampfes 2015. Die Durchsetzungsinitiative mobilisiert. Es wird eine hohe Wahlbeteilung von um die 70 Prozent erwartet, vor allem in den Städten.

10:21 Uhr: Ein Abstimmungskampf der Superlative liegt hinter uns. Das Medienbeobachtungsunternehmen Argus der Presse AG hat festgestellt, dass allein im Februar 4938 Zeitungs- und Onlineartikel und gut 24'000 Tweets zur Durchsetzungsinitiative publiziert wurden.

10:02 Uhr: Guten Morgen, an dieser Stelle begrüssen wir Sie zum Liveticker zum heutigen Abstimmungssonntag. Der Tag verspricht, spannend zu werden – und von Bedeutung für die künftige Ausrichtung der Schweiz.Der Abstimmungssonntag geht in die heisse Phase.