Die Zwischenwahlen am 4. November könnten den Republikanern die lang ersehnte Mehrheit im Senat bringen. Für Präsident Barack Obama würde das Regieren in den letzten zwei Jahren seiner Amtszeit dann noch schwieriger werden. Trotz dem richtungsweisenden Charakter der Wahlen werden aber viele Amerikaner der Urne fernbleiben. Die Politikverdrossenheit hat auch mit der zunehmenden Rolle des Geldes zu tun. Für viele Bürger sind die Wahlen «gekauft» und haben damit nicht mehr viel mit einer demokratischen Ausmarchung zu tun.

Beinahe vier Milliarden Dollar sollen im Wahlkampf 2014 ausgegeben werden, schreibt das parteiunabhängige «Center for Resposive Politics» auf seiner Website. Das wären fast zehn Prozent mehr, als bei den letzten Zwischenwahlen 2010. Getragen werden die Ausgaben einerseits von Parteien und Kandidaten. Auf der anderen Seite zahlen aber auch private Spender und die sogenannten Political Action Committees (Pacs) immer grössere Summen um ihre Kandidaten durchzubringen.

Undurchsichtige Super-Pacs

Mit ein Grund für die steigenden Kosten ist ein Gerichtsentscheid von 2010. Spezielle Pacs, die sogenannten Super-Pacs, dürfen seither unbegrenzt Spenden von natürlichen und juristischen Personen annehmen. Der Oberste Gerichtshof befand damals, dass das Recht auf freie Meinungsäusserung auch für Unternehmen und Verbände gelte und dass Spenden unter die Meinungsäusserung fielen.

Während die Finanzierung der Super-Pacs kaum nachvollziehbar ist, richtet sich der Blick der Medien auf die Geldgeber, die ihre Spenden offenlegen. 2010 kamen laut dem «Center for Responsive Politics» 68 Prozent der Spenden von 0,26 Prozent der Spender. Das amerikanische Wirtschaftsmagazin «Fortune» hat die fünf grössten privaten Geldgeber im Wahlkampf 2014 identifiziert. Mit einem überraschenden Ergebnis: Anders als in früheren Jahren unterstützen die Königsmacher in diesem Wahlkampf vornehmlich die Demokraten.

1. Platz: Tom Steyer

Mit 20’453'034 Dollar liegt der Gründer des Hedgefonds Farallon Capital Management ganz vorne im Ranking. Seine Spenden gehen ausschliesslich an liberale Kandidaten. Für Steyer sind die 20 Millionen Dollar erst ein Anfang. Der 57-Jährige will insgesamt 50 Millionen aus eigener Kasse lockermachen – und so der These vom menschengemachten Klimawandel auch in den USA zum Durchbruch verhelfen.

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2. Platz: Michael Bloomberg

Der Milliardär und ehemalige Bürgermeister von New York war schon Demokrat und Republikaner. Im diesjährigen Wahlkampf hat er bisher 11'508'903 Dollar gespendet. Dabei unterstützte der Medientycoon zu 95 Prozent Kandidaten aus dem liberalen Lager. Seine Prioritäten liegen in der Bildungs- und Familienpolitik sowie strengeren Waffengesetzen.

3. Platz Fred Eyechaner

Auch Fred Eychaner unterstützt nur liberale Kandidaten. Der zurückgezogene Chef des Medienunternehmens Newsweb gehört seit vielen Jahren zu den wichtigsten Geldgebern der Demokraten. Zu seinen Hauptthemen gehören die Rechte von Schwulen und Lesben. Dafür ist er im Weissen Haus ein gern gesehener Gast. Im Wahlkampf 2014 liess Eychaner bisher 5'837'000 Dollar springen.

4. Platz: Paul Singer

Der Gründer und Chef des Hedgefonds Elliott Management Corporation ist seit seiner Privatfehde mit Argentinien weltweit bekannt. Singer gilt als einer der wichtigsten Unterstützer der amerikanischen Rechten. George W. Bush und Rudy Giuliani konnten in ihren Präsidentschaftskampagnen ebenso auf Singers Millionen zählen wie zuletzt auch Mitt Romney. Mit 5'386'149 Dollar liegt er auf Platz vier des «Fortune»-Rankings.

5. Platz: Richard Uihlein

Der Mitgründer des Versandsunternehmens Uline zahlt nicht gerne Steuern. Lieber unterstützt er mit seinem Geld Tea-Party-Kandidaten und andere Republikaner auf ihrem Weg ins Parlament. Diese sollen dann für ein unternehmerfreundlicheres Politumfeld sorgen. 4'919'550 Dollar hat Uihlein in diesem Jahr für seine Kandidaten aufgewendet.