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Verlust
Der Brexit könnte Hunderte Milliarden Euro kosten

Ukip-Chef Nigel Farage: Teuren EU-Austritt im Visier. Keystone

Ein Austritt Grossbritanniens aus der EU käme in erster Linie die Briten teuer zu stehen. Doch auch die anderen EU-Länder und vor allem Deutschland müssten Milliarden abschreiben.

Veröffentlicht am 27.04.2015

Ein Abschied aus der Europäischen Union käme Grossbritannien einer Studie zufolge teuer zu stehen. Das Bruttoinlandsprodukt könne bis ins Jahr 2030 um bis zu 14 Prozent oder 313 Milliarden Euro niedriger ausfallen als bei einem EU-Verbleib, lautet das Fazit einer am Montag veröffentlichten Untersuchung der Bertelsmann Stiftung und des Ifo-Instituts.

Für Deutschland und die restliche EU hingegen würden wirtschaftliche Verluste bei einem sogenannten «Brexit» deutlich geringer ausfallen, heisst es darin. Die Einbussen für die Bundesrepublik würden sich bis 2030 im Falle des Verlustes aller britischen Handelsprivilegien - die sich aus der EU-Mitgliedschaft und den Freihandelsabkommen der EU ergeben - auf knapp 58 Milliarden Euro summieren.

«Rückschlag für Europas Rolle in der Welt»

«Schon allein ökonomisch wäre ein Brexit ein Verlustgeschäft für alle in Europa, allen voran für die Briten», sagte der Vorstandsvorsitzende der Bertelsmann Stiftung, Aart De Geus. «Neben den wirtschaftlichen Folgen wäre dies aber vor allem auch ein herber Rückschlag für die europäische Integration sowie Europas Rolle in der Welt.» Jede Weichenstellung durch die Parlamentswahl am 7. Mai hin zu einem EU-Austritt würde die Gemeinschaft schwächen. Premierminister David Cameron hat für den Falle seiner Wiederwahl ein Referendum über den EU-Verbleib in Aussicht gestellt.

«Ein Austritt aus der EU würde dabei vor allem die Kosten des Handels zwischen der EU und dem Vereinigten Königreich erhöhen und die Handelsaktivitäten verringern», heisst es in der Studie. Einzelne britische Branchen würden unterschiedlich hart getroffen. Die Chemieindustrie könnte dabei fast elf Prozent ihrer Wertschöpfung einbüssen, die Finanzdienstleister knapp fünf Prozent.

Deutschland müsste 2,5 Milliarden mehr einzahlen

Neben den ökonomischen Wachstumsverlusten müssten sich die verbleibenden EU-Staaten auf zusätzliche Mehrausgaben für den EU-Haushalt einstellen. Durch den Ausfall der britischen Beiträge müsste Deutschland als grösster Nettozahler jährlich zusätzlich 2,5 Milliarden Euro brutto beisteuern.

(reuters/gku/dbe)

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