Keiner verzichtet freiwillig, jeder macht die hohle Hand. Das gilt auch für den Schweizerischen Bühnenverband. Eigentlich wollte das Bundesamt für Kultur (BAK) die Staatsbeiträge für die Bühnenbauer streichen – es ging um 225'000 Franken. Doch der Verband stellte sich quer und holte die Anwälte. Das Bundesverwaltungsgericht gab ihnen gemäss letzte Woche veröffentlichtem Urteil recht. Auch der Bühnenverband hat Anspruch auf Staatssubventionen.

Grundsatz Nummer eins in der Logik der Staatsfinanzen: Das Streichen eines einmal gewährten Finanzzuspruchs ist unmöglich. Wer immer sich in die lange Reihe öffentlicher Geldempfänger einordnen durfte, hat gute Chancen, für alle Zeit zu kassieren. Grundsatz Nummer zwei: Die Liste der Subventionsempfänger wird länger und länger, die ausgeschütteten Summen steigen rasant an. Insgesamt knapp 36 Milliarden Franken flossen 2014 den Geldempfängern zu. Genau waren es 35'874'377'184 Franken und 49 Rappen – ein neuer Höchststand in der Geschichte der Eidgenossenschaft.

Vor 18 Jahren noch 30 Prozent weniger

Deutlich über 200 Kreditnummern enthält die Datenbank der Eidgenössischen Finanzverwaltung (EFV), die die Subventionsliste vom letzten Jahr eben aufgeschaltet hat. Es wird immer mehr umverteilt. 1997 betrug das Total an Bundessubventionen 27,2 Milliarden Franken, letztes Jahr waren es 30 Prozent mehr.

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