Das Hamburgische Weltwirtschaftsinstitut (HWWI) sieht die voraussichtliche Aufnahme Lettlands in die Euro-Zone als positives Zeichen für die Gemeinschaftswährung. «Die Signalwirkung ist beachtlich», sagte HWWI-Direktor Thomas Straubhaar am Dienstag im Reuters-Interview.

«Das zeigt, dass der Euro gerade für kleine Volkswirtschaften nach wie vor unglaublich attraktiv bleibt.» Denn abgesehen von der Debatte über stabile Preise, die zuletzt im Fokus gestanden habe, habe der Euro auch als Zahlungsmittel eine entscheidende Bedeutung. Deshalb sei für das eher kleine Lettland der Zugang zu einem grossen Währungsraum wichtig. «Das kleine Land wird automatisch gross: Es verliert seinen Nachteil des kleines Binnenmarktes», sagte Straubhaar.

EU-Kommission wird die Aufnahme Lettlands empfehlen

Die EU-Kommission wird die Aufnahme Lettlands als 18. Mitglied der Euro-Zone am Mittwoch empfehlen. «Die Entscheidung zu Lettland ist positiv», hatte ein EU-Vertreter am Montagabend der Nachrichtenagentur Reuters gesagt. Lettland erfülle alle Voraussetzungen für einen Euro-Beitritt. Deshalb werde die EU-Kommission in ihrem Bericht empfehlen, dass Lettland die Gemeinschaftswährung Anfang 2014 einführen könne.

Anzeige

Die Schuldenkrise hatte vor allem wegen des mehrfach von der Staatspleite bedrohten Griechenlands die Debatte über einen Zerfall der Euro-Zone ausgelöst. Deshalb sieht Straubhaar den Beitritt Lettlands nun als enorm wichtiges Signal. Denn auch die grösseren Euro-Staaten könnten vom Beitritt profitieren: einerseits durch niedrigere Transaktionskosten beim Handel, andererseits durch höhere Preisniveaustabiliät. Die baltischen Länder seien in den vergangenen Jahren in der Vorbereitung der Euro-Einführung zu «Stabilitätsbewahrern» geworden.

(rcv/tke/reuters)