Die Kosten für Cyberspionage und Cyberkriminalität in den USA betragen laut einer diese Woche veröffentlichten Studie rund 100 Milliarden Dollar pro Jahr - etwa zehn mal weniger als bisher angenommen. Laut einem Bericht des Wall Street Journals würden damit die Kosten klar weniger als 1 Prozent des US-Bruttoinlandproduktes betragen. Für Unternehmen bedeutet dies, dass die Verluste durch Cyberdiebstahl zu relativieren und etwa gleichzusetzen sind mit Kosten, die im normalen Geschäftsalltag anfallen.

Die gemeinsam vom Nonprofit Center for Strategic and International Studies (CSIS) und der Computer-Sicherheitsfirma McAfee  - eine Tochterfirma von Intel, die eng mit dem US-Verteidigungsdepartement zusammen arbeitet - durchgeführte Studie revidiert die früheren Einschätzungen von McAfee. Diese sind von einer Billion Dollar ausgegangen und diese Summe wurde auch weltweit häufig zitiert, so etwa von US-Präsident Barack Obama in einer Rede zum Thema Cybersicherheit im Jahre 2009.

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Immer wieder in der Kritik

Ökonomen haben diese frühere Studie häufig kritisiert und Tom Gann, Vizedirektor bei McAfee, gesteht gegenüber dem Wall Street Journal ein, dass das Unternehmen bei seinen früheren Einschätzungen von falschen Annahmen ausgegangen sei.

Ein Hauptgrund für den nun tieferen Betrag ist, dass man bei Cyberdiebstahl bisher von einem Nullsummenspiel ausgegangen ist. Doch die neue Studie sagt nun: «Gestohlene Information ist nicht wirklich verloren».

Seltsame Beispiele

Dazu werden die folgenden, leicht eigentümlichen Beispiele angegeben: Wenn eine US-Bank attackiert wird und offline gehen muss, können Kunden zu einer anderen Bank gehen, also profitiert diese davon. Und weiter: «Wenn die Chinesen geistiges Eigentum stehlen, wissen sie eventuell nicht wirklich, was sie damit anfangen können, also sind die Kosten des Diebstahls begrenzt».

(rcv/ama/chb)