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Schuldenkrise
Der meistgehasste Mann Detroits

Kevyn Orr: Im Fall Chrysler besser bezahlt als jetzt . (Bild: Keystone)

Kevyn Orr hat für die weltgrösste Autometropole Gläubigerschutz beantragt. Bereits vor vier Jahren sorgte der Jurist in Michigan für rote Köpfe.

Veröffentlicht am 19.07.2013

Kevyn Orr nahm im März die Funktion des Krisen-Managers in Detroit an, was ihn in dieser Zeit zum «meistgehassten Mann» der Stadt im Bundesstaat Michigan machte. Am Donnerstag dann der Höhepunkt: Orr veranlasste, dass die Stadt unter Gläubigerschutz gestellt wird. Detroit muss die eigenen Schulden nicht bedienen, bis Pläne zur Sanierung der Finanzen von einem Gericht genehmigt sind.

Der 54-jährige Absolvent der Michigan Law School begann seine Karriere als Prozessanwalt in einer Anwaltskanzlei in Miami, Florida. Seit 2001 ist er bei der in Washington angesiedelten Anwaltskanzlei Jones Day tätig – als Partner spielte er schon beim Bankrott von Chrysler in 2009 eine wichtige Rolle: Orr überzeugte ein Gericht davon, ein Viertel der Handelsniederlassungen zu schliessen. Während diese Massnahme Tausende von Angestellten den Job kostete, verdiente Orr mit dem Mandat angeblich merh als 1 Million Dollar.

Vier Jahre später tritt Orr erneut als Konkursverwalter in Detroit ins Rampenlicht – als Staatsdiener bezieht er allerdings ein bescheideneres Gehalt: Laut «Financial Times» wird er als Finanzvorsteher der Stadt mit jährlich 275'000 Dollar entschädigt.

(ama/vst)

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