Dank des Zustroms von Flüchtlingen wird sich das deutsche Wirtschaftswachstum nach Einschätzung der Deutschen Bank beschleunigen. Das Bruttoinlandprodukt werde 2016 um 1,9 Prozent wachsen, nach 1,7 Prozent im laufenden Jahr, prognostizierte Stefan Schneider.

Ein Viertel Prozentpunkt davon entfalle auf die staatlichen Ausgaben zur Versorgung der Flüchtlinge, sagte der Chefökonom der Deutschen Bank für Deutschland am Mittwoch in Frankfurt. Auch langfristig zahle sich Zuwanderung aus, denn mit ihr könne der Rückgang der Arbeitskräfte durch den demografischen Wandel abgefedert werden, fügte Schneider hinzu. Schliesslich seien die Migranten im Schnitt halb so alt wie die Deutschen.

Hohe Investitionen nötig

Schneider warnte gleichzeitig vor überzogenen Erwartungen. Die Integration der Neuankömmlinge in den deutschen Arbeitsmarkt komme nicht von heute auf morgen. Zudem müsse in den kommenden Jahren massiv in Deutschkurse und andere Qualifizierungsmassnahmen investiert werden. Er taxierte den Bedarf auf mehr als zehn Milliarden Euro jährlich.

Schneider forderte ferner eine Deregulierung, um beispielsweise Unternehmensgründungen zu erleichtern. Schliesslich machten sich Migranten im Schnitt deutlich häufiger selbstständig.

(awp/gku/ama)