Die deutsche Wirtschaft befürchtet keinen grösseren Schaden durch Boykott-Aufrufe gegen deutsche Produkte wegen der harten Haltung der Bundesregierung in der Griechenland-Krise. «Wir nehmen das ernst, aber es gibt keinen Grund zur Panik«, sagte der Aussenwirtschaftschef des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Volker Treier, am Dienstag der Nachrichtenagentur Reuters.

«Solche Aufrufe hat es seit Beginn der Griechenland-Krise immer wieder gegeben. Sie sind weitgehend wirkungslos verpufft.»

Ähnlich sieht das der Aussenhandelsverband BGA: «Wir sind global aufgestellt, haben gute Produkte und sind zuverlässig - das zählt», sagte BGA-Präsident Anton Börner. «Hier werden starke Emotionen geschürt. Die legen sich aber auch wieder.» Deutschland sei ein stabilisierender Faktor - gerade auch durch seine Hilfsleistungen für Griechenland.

Boykottaufrufe auf Twitter

Im Internet kursieren einen Tag nach der Einigung zwischen Griechenland und seinen Gläubigern Boykott-Aufrufe gegen Deutschland. Das Schlagwort #BoycottGermany etwa gehört beim Kurznachrichtendienst Twitter zu den Toptrends. Die deutsche Politik wird dabei für die schwere Wirtschaftskrise in Griechenland mitverantwortlich gemacht.

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«Es gibt in Griechenland auch Unterstützung für Reformen», sagte Treier. «Der Wirtschaft vor Ort ist angesichts der Einigung ein Stein vom Herzen gefallen. Sie steht hinter den Verabredungen.»

Die Euro-Staaten hatten sich am Montag auf Grundzüge für ein drittes Hilfsprogramm im Umfang von bis zu 86 Milliarden Euro geeinigt, im Gegenzug muss Griechenland beispielsweise die Mehrwertsteuer anheben und Staatsunternehmen privatisieren.

(reuters/mbü/ama)