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Vorwurf
Deutsche Justiz klagt gegen Schweizer «Spion»

Auge: Die Spionage-Affäre sorgte für Missstimmung zwischen den beiden Ländern. Keystone

Die Affäre um einen mutmasslichen Schweizer Spion sorgt in Deutschland für Schlagzeilen. Jetzt hat die deutsche Justiz den Mann angeklagt.

Veröffentlicht am 16.08.2017

Die deutsche Bundesanwaltschaft erhebt Anklage gegen einen Schweizer Staatsbürger wegen Spionage. Dies teilte die Behörde am Mittwoch mit. Der Mann sitzt derzeit in Deutschland in Haft. Er soll im Auftrag des Nachrichtendienstes die nordrhein-westfälische Finanzverwaltung und einige ihrer Mitarbeiter ausgespäht haben, heisst es in der Medienmitteilung der Bundesanwaltschaft.

Der Mann wird verdächtigt, «zumindest von Juli 2011 bis Februar 2015 im Auftrag eines Schweizer Nachrichtendienstes» geheimdienstlich tätig gewesen zu sein, schreibt die deutsche Behörde unter Berufung auf die Anklageschrift.

Es geht um die Steuer-CDs

Demnach soll der Angeklagte von seiner nachrichtendienstlichen Führungsstelle in der Schweiz den Auftrag erhalten haben, «Informationen über die Arbeitsweise deutscher Steuerbehörden im Zusammenhang mit dem Ankauf sogenannter Steuer-CDs zu beschaffen». Zunächst beschaffte er laut Anklageschrift persönliche Daten von drei nordrhein-westfälischen Steuerfahndern. Später platzierte er demnach eine Quelle in der nordrhein-westfälischen Finanzverwaltung.

Der 54-jährige Schweizer wurde bereits Ende April in Frankfurt festgenommen und befindet sich seither in Untersuchungshaft. Die Bundesanwaltschaft klagte ihn nun vor dem Frankfurter Oberlandesgericht an.

(sda/mbü)

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