Mehrere deutsche Museen haben ihre Forderung nach einer Überprüfung etwaiger eigener Ansprüche auf einzelne Bilder der Gurlitt-Sammlung bekräftigt.

«Wir haben schon im vergangenen Jahr die Staatsanwaltschaft Augsburg dazu aufgefordert, zu prüfen, welche Bilder der Gurlitt-Sammlung ursprünglich aus unserem Bestand stammen», sagte der Direktor des Wuppertaler Von der Heydt-Museums, Gerhard Finckh, der «Welt». Er werde sich in den nächsten Tagen erneut an die Behörde wenden.

«Jetzt, da die Bilder ins Ausland gehen sollen, wird das Thema besonders dringlich», ergänzte Finckh. Der in der vergangenen Woche verstorbene Cornelius Gurlitt hatte seine Bilder in einem Testament dem Kunstmuseum Bern vermacht. Ob das Museum das Erbe annimmt, ist noch offen.

Aufregung allenthalben

Auch die Kunsthallen von Kiel und Mannheim sowie das Museum der bildenden Künste Leipzig prüfen laut der «Welt», ob sie Ansprüche erheben.

Die Sammlung von Cornelius Gurlitt sorgt seit Monaten für Aufregung. Die Bilder stammen aus dem Erbe seines Vaters, dem 1956 verstorbenen Kunstsammler und früheren Museumsdirektor Hildebrand Gurlitt, der während der Nazi-Zeit eine riesige Kunstsammlung erworben hatte.

Es besteht der Verdacht, dass es sich bei einem Teil der Sammlung um Raubkunst handeln könnte. Neuesten Erkenntnissen zufolge dürfte die Eigentumslage aber nur bei einem kleinen Teil strittig sein. Die Herkunftsforschung läuft derzeit.

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Cornelius Gurlitt, der letzte Woche im Alter von 81 Jahren in München gestorben war, hatte die Sammlung seines Vaters lange vor der Öffentlichkeit verborgen. Entdeckt worden war sie erst nach Jahrzehnten zufällig, als er ins Visier der Justiz geriet.

(sda/chb)