Der deutsche Bundespräsident Joachim Gauck wird im Februar nicht zu den Olympischen Winterspielen nach Sotschi reisen. Das hat sein Präsidialamt der russischen Regierung mitgeteilt.

Eine Sprecherin des Bundespräsidenten bestätigte am Sonntag einen entsprechenden Bericht des «Spiegels». Das Magazin interpretierte den Schritt als Kritik an den Menschenrechtsverletzungen und der Drangsalierung der Opposition in Russland.

Gaucks Sprecherin wies darauf hin, dass es keine feste Regel gebe, dass Bundespräsidenten zu Winterspielen reisten. Auch der damalige Bundespräsident Horst Köhler habe 2010 im kanadischen Vancouver nicht teilgenommen. Die Olympischen Sommerspiele und die Paralympics in London 2012 hatte Gauck besucht.

Der Bundespräsident hat Russland seit seinem Amtsantritt im März 2012 noch keinen offiziellen Besuch abgestattet. Protokollarisch gilt ein Besuch eines Staatsoberhaupts bei einem Ereignis wie Olympia als schwierig, wenn es nicht vorher schon einen ersten offiziellen Staatsbesuch gegeben hat.

Gauck hat aber rechtsstaatliche Defizite in Russland sowie eine Behinderung kritischer Medien bereits mehrmals kritisiert. Ein für Juni 2012 geplantes Treffen mit Gauck liess Präsident Wladimir Putin platzen, angeblich aus Termingründen.

(sda/tke)