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Zivilterror
Deutschland vermutet Assad hinter «Mord» in Aleppo

Aleppo: Die Zivilbevölkerung leidet unermesslich. Keystone

Die deutsche Regierung hat den Angriff auf ein Spital in der nordsyrischen Stadt Aleppo scharf verurteilt. Ein Regierungssprecher spricht von einem gezielten Schlag durch Assads Truppen.

Veröffentlicht am 29.04.2016

Die deutsche Regierung hat den Angriff auf ein Spital in der nordsyrischen Stadt Aleppo scharf verurteilt. Regierungssprecher Steffen Seibert sprach in Berlin von einer gezielten Zerstörung und «damit auch den Mord an einer grossen Zahl von Zivilisten».

«Vorliegende Informationen weisen daraufhin hin, dass dieser Angriff mit einiger Wahrscheinlichkeit auf Truppen des Assad-Regimes zurückgehe», sagte der Sprecher von Bundeskanzlerin Angela Merkel weiter.

Verstoss gegen Völkerrecht

Seibert sprach von einem «eklatanten Verstoss gegen das humanitäre Völkerrecht». In der Nacht zum Donnerstag starben bei Luftangriffen in der Region Aleppo bei Treffern in einem Spital Dutzende Menschen, darunter auch Kinder.

Die deutsche Regierung warnte, die Eskalation nicht nur in der umkämpften Stadt Aleppo drohe, den Waffenstillstand und die in Genf unterbrochenen Friedensgespräche zum Scheitern zu bringen. «Das muss unbedingt abgewendet werden», sagte Seibert. Alle Konfliktparteien seien aufgefordert, die Gewalthandlungen augenblicklich einzustellen.

Russen in der Pflicht

«Hier sehen wir auch Russland als Unterstützer des Regimes in Damaskus in der Pflicht, den Waffenstillstand und den politischen Prozess nicht scheitern zu lassen», sagte Seibert.

Deutschlands Aussenminister Frank-Walter Steinmeier erklärte: «Die syrische Regierung muss sich entscheiden: Will sie sich ernsthaft an Verhandlungen beteiligen oder will sie weiter ihr eigenes Land in Schutt und Asche legen?»

(sda/chb)

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