Die Deutsche Bundesbank wird einen Teil der im Ausland lagernden Goldbestände nach Deutschland holen. Wie aus einem Bericht des Bundesrechnungshofs (BRH) hervorgeht, sollen in den drei kommenden Jahren jeweils 50 Tonnen des bei der US-Federal Reserve Bank liegenden Goldes nach Deutschland gebracht werden, «um es hier einer eingehenden Prüfung zu unterziehen».

Kritiker der bisher gängigen Praxis befürchten, dass das im Ausland lagernde Gold im Konfliktfall einfach von den anderen Staaten eingezogen werden könnte, berichtet das Börsenportal finanzen.ch. Ein Teil der 3.396 Tonnen des Edelmetalls wird seit Jahrzehnten bei der US-Notenbank Fed in New York, der französischen Nationalbank in Paris und der britischen Zentralbank in London verwahrt.

Die Rechnungsprüfer fordern ausserdem, den Goldschatz im Ausland regelmässig stichprobenartig zu prüfen. Die Notenbank reagierte kritisch auf den Bericht, den der BRH nun dem Bundestags-Haushaltsausschuss vorgelegt hat. Sämtliche im eigenen Hause gelagerten Goldbestände habe die Bundesbank mindestens einmal stückzahlmässig aufgenommen und gewogen.

Ein Sprecher der Bundesbank äusserte sich zurückhaltend zu den Forderungen des Rechnungshofes. Aus der Politik kam unterdessen generelle Kritik an der Lagerung der Goldreserven im Ausland. Andere Länder gehen mit ihren Goldreserven anders um, zum Beispiel Frankreich. 

(aho)