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Untersuchung
Devisen-Manipulation: Schweiz im Fokus

Finma-Direktor Patrick Raaflaub: Welche Unregelmässigkeiten werden gefunden? (Bild: Keystone)

Finanzmarktaufsicht und die Wettbewerbsbehörde ermitteln gegen Schweizer und internationale Banken wegen des Verdachts auf Absprachen bei Währungsgeschäften. Ausländische Behörden schweigen.

Veröffentlicht am 05.10.2013

Kaum ist die Libor-Geschichte etwas aus den Schlagzeilen, gibt es Anzeichen für den nächsten Manipulationsskandal von Banken: Die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht (Finma) gab gestern bekannt, dass sie untersucht, ob ob heimische und internationale Banken die Devisen-Wechselkurse beeinflusst haben. Offen ist vorerst, welche Banken von der Untersuchung betroffen – Etliches deutet darauf hin, dass zumindest beide Grossbanken involviert sind.

Die Finma arbeite dabei eng mit ausländischen Behörden zusammen, hiess am Freitag – «da international eine Vielzahl von Banken potentiell betroffen sei». Die deutsche Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) wollte die Untersuchungen bislang nicht kommentieren.

Nichts Neues von den britischen Behörden

In Österreich werde nicht ermittelt – und eine Sprecherin der britischen Finanzaufsicht FCA erklärte nichtssagend: «Wir wissen von den Untersuchungen der Schweizer Behörden.» Allerdings hatte die FCB bereits im Sommer mitgeteilt, dass sie Berichten über Manipulationen bei der Festlegung von Währungs-Referenzkursen nachgehe.

So soll es bereits in den vergangenen Monaten sin anderen Ländern Hinweise gegeben haben, dass Devisenkurse manipuliert worden sein könnten, berichtete die sda. Die Untersuchungen sollen offenbar vor allem internationale Grossbanken betreffen.

Im Juni hatte sich die Nachrichtenagentur Bloomberg über mögliche Manipulationen im Devisenmarkt berichtet. Ein Marktbeobachter sagte damals zu Bloomberg: «Der Markt für Fremdwährungen ist wie der Wilde Westen.» Schätzungen zufolge werden täglich Devisen im Wert von mehr als fünf Billionen Dollar gehandelt. Der Markt für Fremdwährungen gilt im Finanzsystem als der am weltweit wenigsten regulierte.

(vst)

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