Die internationalen Bankenaufseher wollen neben den in die Kritik geratenen Interbanken-Zinsen auch die Referenzkurse für Devisentransaktionen auf den Prüfstand stellen. Der von den 20 grössten Industrie- und Schwellenländern (G20) eingesetzte Finanzstabilitätsrat (FSB) aus Notenbankern und Bankenaufsehern beschloss, die Devisensätze in die laufende Überprüfung einzubeziehen.

Das Devisen-Fixing, in dem einmal täglich Referenzkurse für viele Währungen ermittelt werden, war offenbar ebenso von Händlern und Investmentbankern manipuliert worden wie die Interbanken-Zinssätze Libor und Euribor. Das Fixing ist für Grossanleger, Unternehmen und Investmentfonds die Basis für die Bewertung von Fremdwährungen.

Einfach Einfluss nehmen

Die Interbanken-Sätze hatten sich als manipulationsanfällig erwiesen, weil sie nur auf Schätzungen der Marktpreise beruhten. In vielen Fällen gab es allerdings - vor allem in der Finanzkrise - zeitweise keine echten Marktpreise. Das Devisen-Fixing basiert zwar auf realen Transaktionen, greift diese aber zu einer festgelegten Tageszeit nur während einer Minute ab, so dass Banker auch darauf relativ einfach Einfluss nehmen konnten.

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Eine Arbeitsgruppe des FSB soll nun das Fixing und den Umgang damit sowie dessen Bedeutung für den Devisenmarkt analysieren. Sie soll bis zum G20-Gipfel im November im australischen Brisbane Ergebnisse und Handlungsvorschläge vorlegen.

(sda/tke/vst)