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Minutenprotokoll
Die Chronologie von Mursis Sturz

Die ägyptische Armee hat Staatschef Mohammed Mursi abgesetzt. Der fordert seine Anhänger zum friedlichen Widerstand auf. Lesen Sie die Ereignisse hier im Nachrichtenticker nach.

Veröffentlicht am 03.07.2013

21:51 Uhr - Unmittelbar nach der Entmachtung des ägyptischen Präsidenten Mursi sind auch TV-Sender der Islamisten offenbar abgeschaltet worden. Beim Sender «Misr25» der Muslimbruderschaft wurde die Ausstrahlung schlagartig unterbrochen, berichteten Augenzeugen. Auch der Islamistensender «Al-Hafes» und der Salafistensender «Al-Nas» seien betroffen, berichtete die staatliche Zeitung «Al-Ahram» in ihrer Online-Ausgabe

21:28 Uhr - In einer ersten Reaktion nach der Erklärung der Streitkräfte ruft der entmachtete Präsident seine Anhänger zum friedlichen Widerstand auf. Sie sollten mit friedlichen Mitteln gegen den «Staatsstreich» des Militärs aufbegehren, sagt ein enger Vertrauter Mursis.

21:26 Uhr - In Kairo wird die Ankündigung mit Freudenkundgebungen begrüsst. Feuerwerksraketen steigen in den Himmel, hupende Autokorsos kreuzen durch die Stadt.

21:24 Uhr - Die ägyptische Armee hat Präsident Mohammed Mursi entmachtet. Der Präsident des Verfassungsgerichts, Adli Mansur, soll vorläufig die Geschicke des Landes lenken, sagte Verteidigungsminister Abdel Fattah al-Sisi in einer TV-Ansprache. Er kündigte zudem neue Präsidentschaftswahlen und die Aufhebung der im Vorjahr beschlossenen, von den Islamisten ausgearbeiteten Verfassung an. «Die Armee will nicht an der Macht bleiben», so Al-Sisi.

20:48 Uhr - Die staatlich kontrollierte Zeitung «Al-Ahram» zitiert eine Person aus dem Umfeld des Präsidenten mit den Worten, die Armee habe Mursi um 18 Uhr Ortszeit (17 Uhr GMT) mitgeteilt, dass er nicht mehr länger Präsident sei.

20:11 Uhr - Der politische Fahrplan des Militärs sieht nach einem Bericht der staatlichen Nachrichtenagentur vor, dass nach einer kurzen Übergangsphase Präsidenten- und Parlamentswahlen stattfinden sollen. Der Plan soll in Kürze von Vertretern der Religionsgruppen sowie Oppositionsführer Mohamed El Baradei präsentiert werden.

19:06 Uhr - Soldaten riegeln mit Barrieren und Stacheldraht Kaserne ab, in der sich Mursi aufhält. Panzer und Soldaten beziehen nahe einer Demonstration von Mursi-Anhängern in Kairo Stellung.

18:18 Uhr - Hunderte Soldaten sind nahe des Präsidentenpalasts zu einer Miltärparade aufmarschiert. Fünf gepanzerte Fahrzeugen waren zu sehen.

18:07 Uhr - Mursi arbeitet nach Angaben eines Beraters in einer Kaserne der Republikanischen Garden weiterhin als Präsident. Er habe die Ägypter zum gewaltfreien Widerstand aufgerufen. In Sicherheitskreisen hiess es, gegen Mursi und Mitglieder der Muslimbruderschaft sei ein Reiseverbot verhängt worden.

17:41 Uhr - Nach den Worten des Sicherheitsberaters von Präsident Mursi ist der Militärputsch angelaufen.

17:00 Uhr - Das Ultimatum der Armee für eine Lösung im Machtkampf ist abgelaufen, ohne dass sich ein Ausweg abzeichnet. Auf dem Tahrir-Platz haben sich Hunderttausende Menschen versammelt, die Fahnen schwenken.

16:59 Uhr - Das Präsidialamt bekräftigt kurz vor Ablauf eines Ultimatums der Armee die Bereitschaft, eine Koalitionsregierung zu bilden. Der Schritt solle dabei helfen, die Staatskrise zu überwinden.

15:55 Uhr - Die Militärführung bestätigt ein Treffen mit Vertretern der politischen Parteien sowie verschiedener Religionsgemeinschaften. Das Gespräch dauere noch an, teilte die Armee weiter mit.

14.43 Uhr - Die Armee hat sich keinen festen Termin für eine Erklärung oder Ansprache gegeben. Dies teilte das Militär auf seiner Facebook-Seite mit.

14.32 Uhr - Vor dem Gebäude des ägyptischen Staatsfernsehens fahren nach Angaben aus Sicherheitskreisen gepanzerte Fahrzeuge vor. Mitarbeiter, die nicht an der Produktion von Live-Sendungen beteiligt sind, haben ihre Arbeitsplätze verlassen.

14.25 Uhr - Mursi ist nach den Worten seines Sprechers entschlossen, notfalls im Kampf für die Demokratie zu sterben. Der Präsident wolle nicht von der Geschichte verurteilt werden.

14.10 Uhr - Die radikal-islamische Gruppe Al-Gamaa al-Islamija hat ihre Anhänger zur Gewaltlosigkeit aufgerufen. Die Bewegung unterstützt Mursi.

13.36 Uhr - Der saudiarabische Grossmufti ruft die Ägypter zur Zusammenarbeit und zur Vermeidung schwerer Auseinandersetzungen auf. Scheich Abdulasis Al al-Scheich ist der oberste Geistliche in Saudi-Arabien, der Geburtsstätte des Islam.

(tno/chb/reuters)

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