Die Familie von Ägyptens Ex-Präsident Husni Mubarak soll bei seinem Rücktritt über ein Vermögen von 1,18 Milliarden Franken verfügt haben. Das sagte Mahmud al-Hafnawi, ein Berater im Büro des ägyptischen Generalstaatsanwaltes vor einem Strafgericht in Kairo.

Das Gericht soll demnächst bestimmen, ob die Entscheidung einer anderen Kammer, Mubarak in einem Korruptionsverfahren aus der Untersuchungshaft zu entlassen, rechtens war. Praktische Auswirkungen hatte diese Entscheidung allerdings bisher ohnehin nicht. Denn Mubarak wurde noch in einem weiteren Verfahren wegen illegal finanzierter Baumassnahmen in Untersuchungshaft genommen. Das Militär hatte ihn im Februar 2011 nach Massenprotesten zum Rücktritt gedrängt. 

Al-Hafnawi listete vor Gericht die Besitztümer von Husni Mubarak und seiner Frau Suzan Thabet sowie von seinen beiden Söhnen Alaa und Gamal und deren Ehefrauen auf. Dazu zählen nach seinen Angaben Immobilien, Aktien und Geld, das bei verschiedenen Banken deponiert ist. 

Gelder in der Schweiz 

Auch in der Schweiz befinden sich Mubarak-Gelder. Die Schweiz hatte als erstes Land Gelder des gestürzten ägyptischen Machthabers eingefroren. Nach Angaben der Schweizer Bundesanwaltschaft vom letzten Juli bleiben die Gelder in Höhe von etwa 700 Millionen Franken jedoch vorläufig blockiert. 

Aufgrund der instabilen politischen Lage in Ägypten hat das Bundesamt für Justiz der Bundesanwaltschaft empfohlen, die hängigen Rechtshilfeverfahren im Fall Mubarak nicht vor den ägyptischen Parlamentswahlen abzuschliessen, deren Resultate für Ende Juni erwartet werden. 

Mubarak bestreitet bislang jede illegale Bereicherung. Einen kleinen Teil ihres Vermögens, der aus «Geschenken» stammt, hat die Familie inzwischen an den ägyptischen Staat abgetreten. Auch Gamal und Alaa sitzen wegen mutmasslicher korrupter Machenschaften in Haft. 

(muv/chb/sda)