Die Zinssätze würden als Folge der Weissgeldstrategie in etwa zehn Jahren «genauso hoch sein wie im Rest von Europa»; der Franken werde dannzumal an den Euro gebunden sein, und die Arbeitslosigkeit werde steigen, prophezeit Grübel in einem Interview in der Samstagsausgabe von «Tages-Anzeiger» und «Bund». «Es tut mir wirklich weh, was da passiert.»

Grübel findet deutliche Worte: «Diese Weissgeldstrategie ist unbrauchbar!» Der administrative Aufwand für die Banken sei viel zu hoch. «Glauben Sie, der Kunde hat einen Stempel auf der Stirn, der zeigt, ob er Steuern bezahlt?». Alleine die Eröffnung eines Kontos würde laut Grübel schon 10'000 Franken kosten.

Angesprochen auf das ergänzte Steuerabkommen mit Deutschland sagte Grübel: «Wenn ich im Parlament wäre, würde ich dagegen stimmen.» Aus Sicht des ehemaligen Top-Bankers verfolgt der Bund mit den bilateralen Abkommen eine falsche Strategie: «Die Schweiz gibt jedem Druck nach.» Frankreich und Italien würden nun dieselben Forderungen stellen wie Deutschland.

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Die Zukunft zeichnet Grübel düster: «Wir werden als Finanzplatz unter Umständen global nichts mehr zu sagen haben.» Einen Abbau von 20'000 Arbeitsplätzen halte er für möglich.

(laf/sda)