Die Schweiz wächst und wächst – und ergraut zusehends: Bis 2045 dürfte sich die Zahl der Rentner in fast allen Kantonen um mehr als die Hälfte vermehren, zum Teil sogar um mehr das Doppelte.

In den nächsten 30 Jahren wird die Bevölkerung in allen Kantonen zunehmen, ausser in Uri, wo sie relativ stabil bleibt. Das geht aus den kantonalen Bevölkerungsszenarien des Bundesamts für Statistik (BFS) hervor. Schweizweit wird die Einwohnerzahl gemäss dem mittleren Szenario bis 2045 um 22 Prozent auf 10,2 Millionen steigen.

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Ein Viertel Rentner

Dieses Wachstum wird in sämtlichen Kantonen mit einem deutlichen Anstieg der Anzahl Personen im Rentenalter einhergehen, wie das BFS am Donnerstag weiter mitteilte. Schwyz, Freiburg, Thurgau, Obwalden und Aargau haben bis 2045 sogar eine Verdoppelung der Anzahl Personen ab 65 Jahren zu erwarten.

Im Jahr 2045 wird der Anteil dieser Altersgruppe in fast allen Kantonen über 25 Prozent liegen. Nur in der Waadt, in Genf, Zürich und Freiburg dürfte er tiefer sein. Heute sind es im Schnitt 18 Prozent. Die höchsten Rentneranteile werden mit rund einem Drittel für die Kantone Uri, Tessin, Ob- und Nidwalden sowie Graubünden prognostiziert.

Randkantone altern rascher

Die Bevölkerung der städtischen Kantone altert gemäss BFS etwas weniger stark, da dort junge Erwachsene zu- und ältere Erwachsene abwandern. 2045 wird der Altersquotient, das heisst die Anzahl der 65-Jährigen und Älteren pro 100 Personen zwischen 20 und 64, in Basel-Stadt, Waadt, Freiburg und Genf knapp 45 betragen. In den ländlichen Kantonen und den Tourismuskantonen sind die Verhältnisse gerade umgekehrt, was eine verstärkte Alterung zur Folge hat. So wird sich der Altersquotient in Uri, Obwalden, Tessin, Nidwalden und Graubünden im Jahr 2045 auf über 60 belaufen.

Die höchsten Zuwachsraten bei der Bevölkerung insgesamt dürften mit über 25 Prozent die Kantone Freiburg, Waadt, Thurgau, Aargau, Wallis und Zürich verbuchen. Das BFS führt diese Entwicklung vorab auf die Zuwanderung junger Erwachsener aus dem In- und Ausland zurück, die wiederum für eine relativ hohe Geburtenrate sorgten.

Zürich dominiert immer mehr

Die Bevölkerung des Kantons Zürich wird nach dem Referenzszenario des BFS zwischen 2015 und 2045 von 1,5 auf 1,8 Millionen Personen zunehmen. Ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung der Schweiz wird sich somit von 17,6 auf 18,1 Prozent erhöhen. Nur in der Waadt und in Freiburg ist eine noch deutlichere Zunahme dieser Quote zu erwarten.

Dagegen wird der Anteil der bernischen Bevölkerung an der Gesamtbevölkerung am stärksten zurückgehen, und zwar von 12,2 auf 11,6 Prozent. Dies trotz einem Bevölkerungswachstums von 1 Million auf knapp 1,2 Millionen Personen im Jahr 2045. Hinter Bern dürfte der kantonale Anteil am nationalen Einwohnertotal in Basel-Landschaft und Graubünden am deutlichsten sinken. Die Bevölkerung der Schweiz wird sich somit laut BFS weiter auf das Einzugsgebiet der Metropole Zürich und auf den Genferseeraum konzentrieren.

(sda/ise)