Die US-Sanktionen gegen den Iran beeinflussen das Leben der Menschen im Land enorm: Weil sich der Wert der Währung praktisch halbiert hat, sind die Preise für Lebensmittel und Medikamente in die Höhe geklettert. 

Die Schweiz möchte nun eine Möglichkeit einrichten, um Medikamente und Lebensmittel in das sanktionierte Land verkaufen zu können, schreibt die «Financial Times». Dafür muss sie aber die Zustimmung der USA einholen, welche die Sanktionen gegen den Iran verhängt hat. Verhandlungen sind im Gange. 

Dabei soll es sich um humanitäre Lieferungen handeln. Auch die EU arbeitet an einem Plan, den Handel mit Iran trotz den Sanktionen wieder aufzunehmen.

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Neutrale Schweiz

Das Schweizer Finanzdepartament bestätigt die Entwicklung eines «humanitären Zahlungskanal» gegenüber der «Financial Times», nennt aber kein Startdatum. Es würden Gespräche mit den amerikanischen Behörden, dem Iran und Schweizer Unternehmen laufen, hiess es.

Dabei könnte die Schweiz einen Vorteil heraus holen: Sie ist kein EU-Mitglied und verfügt über einen bedeutenden Pharmasektor sowie politische Neutralität. Der Pharmariese Roche teilte mit, er sei sich über die Diskussion rund um einen alternativen Finanzierungskanal für humanitäre Zwecke bewusst. Mehr wollte der Basler Konzern zur Sache gegenüber der «Financial Times» nicht kommentieren.

Das amerikanische Aussenministerium signalisierte Interesse an einem solchen Kanal und liessen verlauten: «Das amerikanische Sanktionsgesetz sieht Ausnahmen für den Verkauf von Lebensmitteln und Medikamente durch nicht-amerikanische Personen vor».

Preise haben sich verdreifacht

Iran braucht dringend Hilfe bei der Beschaffung von Medikamenten: Die Regierung bestreit zwar den Mangel an medizinischer Versorgung – Behandlungen für Erkrankungen wie Krebs seien aber dreimal so teuer wie vor den Sanktionen, schreibt die britische Zeitung.

Deshalb hofft die EU, sie können einen Zahlungsweg entwickeln, der nicht mit Dollar in Verbindung steht. Die Initiative wird von Deutschland, Frankreich und Grossbritannien angeführt. Die Durchsetzung sei aber schwierig, da sich viele Länder vor Konsequenzen aus den USA fürchten. 

(tdr)