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Einkommen
Die Schweizer sind reicher denn je

High-Society-Event White Turf: Breite Oberschicht.   Keystone

Rund 170'000 Franken hat ein Berufstätiger in der Schweiz 2013 im Schnitt an Löhnen erhalten, zeigt eine Analyse des Gewerkschaftsbundes SGB. Vor allem die Grossverdiener profitieren davon.

Veröffentlicht am 21.10.2014

Die Schweiz ist so reich wie nie zuvor – rund 170'000 Franken erwirtschaftete eine berufstätige Person in der Schweiz vergangenes Jahr im Schnitt. Dies zeigt eine neue Analyse des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes (SGB). Trotzdem sind die Gewerkschafter unzufrieden: Die Einkommen seien sehr unterschiedlich verteilt.

In den letzten 20 Jahren hätten Topverdiener, Aktionäre und Arbeitgeber ein immer grösseres Stück des gestiegenen Wohlstandes beansprucht, sagte SGB-Chefökonom Daniel Lampart am Dienstag vor den Medien in Bern. Viele Berufstätige würden dagegen nahezu leer ausgehen.

Zahl der «Lohnmillionäre» hat sich vervielfacht

Die Zahl der «Lohnmillionäre» sei seit den 1980er Jahren von rund 200 auf heute über 2500 gestiegen. Die Löhne der Topverdiener (oberste 10 Prozent) hätten in den letzten zehn Jahren um 15 Prozent zugenommen. Berufstätige mit tiefen Einkommen (unterste 10 Prozent) hätten hingegen nur 3 Prozent mehr Lohn als noch vor zehn Jahren.

Und diese geringen Lohnfortschritte würden durch die Steuer- und Abgabepolitik zu einem grossen Teil zunichte gemacht. Denn von den Steuersenkungen in den letzten Jahren hätten vor allem die Gutverdienenden profitiert. Die Abgaben, insbesondere die Kopfprämien der Krankenkassenprämien, würden hingegen Haushalte mit tiefen und mittleren Einkommen besonders stark belasten. Nach Abzug von Steuern, Prämien und Mieten bleibe heute vielen Haushalten nur wenig mehr Geld übrig als vor über zehn Jahren, so Lampart.

«Schweiz braucht eine wirtschaftspolitische Wende»

Sorgen bereitet den Gewerkschaftern auch, dass die Stressbelastung von Berufstätigen und die Arbeitsplatzunsicherheit gestiegen sind. Zudem würden viele unfreiwillig nur Teilzeit arbeiten und die Lage älterer Arbeitnehmender werde zunehmend schwierig. Von der Lohngleichheit zwischen Frauen und Männern sei die Schweiz noch immer weit entfernt.

«Die Schweiz braucht eine wirtschaftspolitische Wende», forderte SGB-Präsident Paul Rechsteiner. Der Gewerkschaftsbund wolle am Kongress vom kommenden Donnerstag und Freitag die Weichen stellen gegen die «wirtschafts- und sozialpolitischen Fehlentwicklung».

Lohndiskriminierung geprüft

Grossen Handlungsbedarf sieht Rechsteiner bei den Prämienverbilligungen. Hier brauche es eine substanzielle Aufstockung. Der SGB-Kongress werde dazu einen konkreten Vorschlag verabschieden. Die Prämienverbilligungen hätten mit der Prämienentwicklung nicht Schritt gehalten. In verschiedenen Kantonen seien die Verbilligungen sogar gekürzt worden.

Rechsteiner wiederholte zudem bereits früher gemachte Forderungen des SGB nach mehr Gesamtarbeitsverträgen (GAV) und nach Kontrolleuren, welche die Lohndiskriminierung von Frauen in Firmen überprüften.

(sda/me)

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