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Wahlen 2015
Die Wahlsieger der Superlative

Wer ist mit 73 Jahren der Älteste im Nationalrat? Wem reichten gerade einmal 3100 Stimmen für den Sieg? Und wie haben die radikalsten Kandidaten abgeschnitten? Die aussergewöhnlichsten Wahlsieger.

Von Gabriel Knupfer
am 22.10.2015

Die Wahlen sind vorbei und der Rechtsrutsch ist Tatsache. Doch auch für einige Linke gab es Grund zum Jubeln, schliesslich wurde nach vier Jahren wieder ein Kommunist in den Nationalrat gewählt. Die interessantesten Fakten und Zahlen zur Wahlentscheidung 2015.

Denis de la Reussille

PdA-Politiker Denis de la Reussille holte im Kanton Neuenburg problemlos einen Nationalratssitz. Mit 10'921 Stimmen übertraf der kommunistische Stadtpräsident von Le Locle den ebenfalls gewählten SVP-Kandidaten Raymond Clottu um fast 4000 Stimmen. Selbst Philippe Bauer, der Klassenfeind aus der FDP, holte nur ein paar hundert Stimmen mehr. Für den bekennenden Che-Fan ist die Wahl eine eindrückliche Bestätigung seiner Arbeit in der Uhrenstadt.

Maximilian Reimann

Der neue Nationalrat wird nach der Wahl älter. Das Durchschnittsalter steigt von 49,3 auf 50,3 Jahre. Hauptverantwortlich dafür ist Maximilian Reimann. Das SVP-Urgestein aus dem Kanton Aargau ist mit 73 Jahren nämlich der älteste Vertreter im neuen Rat. Im Vergleich zum CVP-Kandidaten Jean Essade ist aber auch Reimann noch ein Jungspund. Der Walliser mit Jahrgang 1929 wäre zum Ende der Legislatur 90 Jahre alt gewesen, wurde aber nicht gewählt.

Adrian Amstutz

Das beste Ergebnis der ganzen Schweiz hat Quereinsteiger Roger Köppel (hier geht's zu seinem Wahlclip) in Zürich für die SVP erzielt. Die 178'090 Stimmen, die der Journalist und Verleger auf sich vereinigen konnte, sind die höchste je erzielte Stimmenzahl in Nationalratswahlen. Fast noch bemerkenswerter ist aber das Abschneiden von Hardliner Adrian Amstutz. Seine 163'425 Stimmen sind das drittbeste Ergebnis der ganzen Schweiz, und dies im klar kleineren Kanton Bern.

Daniel Fässler

Eine Kandidatur in Zürich garantiert noch lange nicht für eine hohe Stimmenzahl. Trotz 428'837 gültig eingereichten Wahlzetteln holte der Rentner Noc Porenta gerade einmal 158 Stimmen. Damit wäre er selbst im Kanton Appenzell Innerrhoden auf verlorenem Posten gestanden. Dort reichten dem CVP-Politiker Daniel Fässler 3121 Stimmen zum Einzug in den Nationalrat. Zum Vergleich: Martin Haab von der SVP wurde in Zürich trotz 125'046 Stimmen nicht gewählt.

Silvia Schenker und Andreas Glarner

Die Baslerin und der Aargauer waren nach einer Auswertung der Smartvote-Profile durch «20 Minuten» die beiden extremsten Kandidaten. Und sowohl die linkste wie auch der rechteste Teilnehmer an den Wahlen haben es problemlos geschafft. Die Bisherige Schenker von der SP belegte in Basel den zweiten Platz, der Aargauer Glarner holte den siebten SVP-Sitz im Kanton. Ob das nun die vielbeklagte Polarisierung bestätigt, oder einfach dass die Leute auf klare Botschaften setzten, sei dahingestellt.

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