Die Schweizerische Bankiervereinigung (SBVg) fordert die Sistierung der Weissgeldstrategie des Bundesrates. Die Schweizer Banken würden sich zu einem steuerkonformen Finanzplatz bekennen, sagte SBVg-Präsident Patrick Odier am Dienstag vor den Medien in Zürich.

«Ein klares Bekenntnis zur Einhaltung von internationalen Standards impliziert ebenso eine klare Ablehnung rein nationaler Lösungen», erklärte Odier. Ausschliesslich nationale Lösungen würden niemals die nötige Glaubwürdigkeit erlangen und zu einem anerkannten internationalen Standard werden. Zudem würden sie der Wettbewerbsfähigkeit der Schweizer Banken schaden.

«Also kein Swiss Finish bei der Frage nach steuerkonformen ausländischen Vermögen in der Schweiz. Aus diesem Grund haben wir eine Sistierung der so genannten Weissgeldstrategie des Bundesrates gefordert, die nicht länger wegweisend sein kann, sondern bereits überholt ist», sagte Odier weiter. «Wir müssen stattdessen das tun, was international üblich und verständlich ist. Nicht weniger, aber auch nicht mehr.»

Zu viel stehe auf dem Spiel: Insgesamt knapp 200'000 Arbeitsplätze, fast 11 Prozent der Wertschöpfung und bis zu 15 Prozent der Steuereinnahmen des gesamten Schweizer Bruttosozialproduktes, so Odier.

Bedauern über Vergangenheit

Die Vergangenheit, als die Schweizer Banken auf das Geschäft mit ausländischen Schwarzgeldern gesetzt hatten, bedauerte Odier: «Dem Prinzip nachzuleben, dass alles, was nicht verboten ist, erlaubt ist, hat sich als falsche Interpretation der Rahmenbedingungen herausgestellt.

In missliche Situationen und Lagen sind wir nicht geraten, weil es uns an Kompetenz und Wissen gefehlt hätte. Es ist so weit gekommen, weil wir falsch handelten und Fehlverhalten an den Tag legten. Diesen Umstand bedauere ich umso mehr, als dass wir damit der Reputation des gesamten Schweizer Finanzplatzes Schaden zugefügt haben», sagte Odier.

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(sda/vst)