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Die Zukunft des Liechtensteiner Finanzplatzes

Vaduz: Das Liechtenstein soll sich als attraktiver Arbeitsort positionieren. Keystone

Der Liechtensteinische Bankenverband stellt seine Zukunftsvision vor. Die Roadmap 2020 fasst etwa den Beitritt des Landes zur OECD ins Auge. Wichtig für den Erfolg Liechtensteins sind drei Faktoren.

Veröffentlicht am 20.08.2016

Liechtenstein soll eine Mitgliedschaft bei der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung OECD prüfen und sein Netz an Doppelbesteuerungsabkommen (DBA) ausbauen. Das fordert der Liechtensteinische Bankenverband (LBV) in seinem neuesten Strategiepapier, der Roadmap 2020.

Ebenfalls geprüft werden soll die Mitgliedschaft des Fürstentums bei der internationalen Arbeitsgruppe zur Bekämpfung der Geldwäscherei FATF. Ziel der Mitgliedschaften wäre das Unterstreichen der «Glaubwürdigkeit und Standortkonformität des Finanzplatzes», teilte der Bankenverband am Freitag mit. Zudem gelte es, künftige Diskriminierungen von vorne herein auszuschliessen.

Alles für Toprating tun

Das DBA-Netz sei in den letzten Jahren zwar kontinuierlich ausgebaut worden, sei im Vergleich mit anderen internationalen Finanzplätzen dennoch «kaum ausgeprägt und immer noch unvorteilhaft». Daher sollen die Doppelbesteuerungsabkommen weiter ausgebaut werden, fordert der LBV.

Weiter solle der Kleinstaat Liechtenstein sein AAA-Länderrating «mit allen Mitteln aufrechterhalten». Das Triple-A-Rating ist in den Augen des Branchenverbandes ein Kern-Asset, was die Stabilität des Finanzplatzes anbelangt.

Drei Faktoren für Erfolg

Stabilität ist einer der Erfolgsfaktoren, auf den die Roadmap 2020 setzt. Die beiden weiteren Faktoren sind Qualität und Nachhaltigkeit. Liechtenstein soll als «angesehener, nachhaltig agierender und stabiler Finanzplatz» wahrgenommen werden, der bekannt ist für hohe Innovationsfähigkeit, Effizienz und ausgewiesene Kompetenzen im Private Banking – so die Vision des Bankenverbandes.

Der LBV geht davon aus, dass sich bei den Finanzprodukten der Trend zu «sinnstiftenden Anlagen» weiter fortsetzten werde. Daher sollen die Liechtensteiner Geldhäuser ein verantwortungsvolles und nachhaltiges Handeln zu einer Grundprämisse machen und als Bestandteil der Finanzplatzkultur weiter etablieren.

Attraktivität des Arbeitsorts herausstreichen

Der Bankerverband selbst will ein tragfähiges Botschafter-Netzwerk im Ausland aufbauen und ein permanentes Reputationsmanagement einführen. So soll die Verfügbarkeit von Fakten über Liechtenstein in internationalen Datenbanken verbessert werden. Zudem erachtet der LBV ein gemeinsames Finanzplatzmarketing als erforderlich.

Ein weiteres Ziel der Roadmap 2020 ist es, Liechtenstein als attraktiven Arbeitsort zu positionieren und die Banken als attraktive Arbeitgeber. Der Verband will sich für eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf einsetzen. Mit einer kürzlich geschaffenen verbandseigenen Kindertagesstätte für den gesamten Bankenplatz sei ein wichtiger Schritt bereits getan, hiess es.

Vom Staat wünscht sich der LBV eine Lockerung der – restriktiven – Zuwanderungs- und Niederlassungspolitik. Ein weiteres Anliegen an die Politik ist, die Lohnnebenkosten nicht weiter zu erhöhen.

(sda/jfr)

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