Der Internationale Währungsfonds tauscht die Leitung bei den Verhandlungen mit Griechenland über neue Gelder aus. Neue Hauptverantwortliche wird die Wirtschaftswissenschaftlerin Delia Velculescu.

Der bisherige Leiter, Finanzökonom Rishi Goyal, werde noch «in dieser Woche» andere Aufgaben übernehmen, teilte der Fonds mit. Velculescu arbeitete bereits in den vergangenen Jahren mit der griechischen Seite zusammen und verhandelte für den IWF zuletzt in Slowenien und Zypern.

Überfällige Schulden beim IWF beglichen

Griechenland hatte am Montag 7,16 Milliarden Euro von der EU erhalten. Damit konnte Athen zwei seit dem 30. Juni und dem 13. Juli fällige Kredite von insgesamt zwei Milliarden Euro an den Internationalen Währungsfonds (IWF) sowie 4,2 Milliarden Euro an die Europäische Zentralbank (EZB) zahlen.

Die US-Ratingagentur Standard & Poor's hat daher die Kreditwürdigkeit des Landes um zwei Stufen auf CCC+ erhöht. Die weitere Entwicklung des Landes wurde mit «stabil» eingestuft, nachdem Griechenland sich zudem mit den internationalen Geldgebern grundsätzlich auf ein drittes Hilfsprogramm und eine Brückenfinanzierung geeinigt hatte. 

Anzeige

Grexit-Risiko sinkt

Laut der Agentur nimmt damit die Gefahr eines Ausscheidens Griechenlands aus der Eurozone ab, auch wenn das Risiko eines Grexit weiter als «hoch» eingestuft wird. Dennoch: «Der Zahlungsausfall des Landes bei seinen Schulden gegenüber den privaten Gläubigern in den kommenden sechs bis zwölf Monaten ist nicht mehr unvermeidbar». 

Griechenland war vor einigen Wochen als erstes Industrieland beim Währungsfonds in Zahlungsverzug geraten. Die Wahrscheinlichkeit eines Grexit bezifferte S&P damals mit 50 Prozent.

(awp/reuters/ise/me)