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Wikileaks
Dieser Mann soll Snowden schützen

Baltasar Garzon: In Spanien sorgte er für die Aufklärung der Franco-Verbrechen. Nun ist er bei Edward Snowden. (Bild: Keystone)

Baltazar Garzon: Vor diesem Namen zitterten in Spanien so manche Politiker. Seit einiger Zeit ist er Wikileaks-Anwalt. Nach Julian Assange nimmt er sich nun Edward Snowden an.

Veröffentlicht am 23.06.2013

Der von den USA wegen Spionage gesuchte frühere Geheimdienst-Mitarbeiter Edward Snowden hat Medienberichten zufolge Hongkong verlassen. Möglicherweise befindet er sich auf dem Weg nach Lateinamerika.

Die Behörden des chinesischen Sondergebiets gestatteten ihm am Sonntag die Ausreise, weil ein Auslieferungsantrag aus den Vereinigten Staaten Formfehler enthalten habe.

Snowden flog nach offiziell nicht bestätigten Angaben der Enthüllungsplattform WikiLeaks nach Moskau, von wo aus er möglicherweise nach Lateinamerika oder Island weiterreisen wird.

Anwalt, der Pinochet hinter Gitter brachte

Mit dabei ist der frühere spanische Untersuchungsrichter Baltasar Garzon, der bei Wikileaks die Funktionn eines juristischen Beraters einnimmt und Julien Assanges Anwalt ist. Garzon brachte den verstorbenen Diktator Chiles zeitweise hinter Gitter. Er beabsichtigte auch, den Ex-US-Aussneminister Henry Kissinger einzuklagen. Auch nahm er in Spanien Ermittlungen gegen das Franco-Regime auf.

Der frühere Vertragsmitarbeiter des US-Geheimdienstes NSA hatte umfangreiche Ausforschungsaktionen amerikanischer und britischer Nachrichtendienste enthüllt.

Die russische Nachrichtenagentur Interfax berichtete unter Berufung auf Informanten in der Fluggesellschaft Aeroflot, auf den Namen Snowdens sei ein Ticket nach Kuba ausgestellt. Itar-Tass meldete, der Amerikaner werde von Havanna nach Caracas in Venezuela weiterfliegen.

Ein Sprecher des russischen Präsidenten Wladimir Putin sagte, ihm seien weder Snowdens Aufenthaltsort noch dessen Reisepläne bekannt. Putins Sprecher Dmitri Peskow hatte Anfang des Monats erklärt, falls Snowden in Russland um Asyl nachsuchen sollte, würde das geprüft.

Island hatte am Freitag eine Antwort auf die Frage abgelehnt, ob es dem Computer-Experten Asyl gewähren würde.

(chb/sda)

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