Eurogruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem hat angedeutet, dass es doch einen Plan B für ein Ausscheiden Griechenlands aus der Währungsunion gibt. Die Niederlande und die Eurozone seien auf verschiedene Ergebnisse der Verhandlungen mit Griechenland vorbereitet, sagte der niederländische Finanzminister am Donnerstag nach einem Treffen mit Abgeordneten seines Landes. Führende europäische Politiker hatten mehrmals betont, dass Griechenland in der Eurozone bleibe und es keinen Plan B gebe.

Die Euro-Staaten und Griechenland ringen seit Monaten um neue Kredite, auf die der hoch verschuldete Mittelmeerstaat dringend angewiesen ist. Die griechische Regierung will mit zentralen Zugeständnissen den Schuldenstreit beilegen und damit die Zahlungsunfähigkeit des Landes abwenden. «Die Regierung ist bereit zu einer ehrlichen Verständigung, damit der Weg frei wird für finanzielle Hilfszahlungen unserer Partner», sagte Finanzminister Yanis Varoufakis dem Radiosender Sto Kokkino am Donnerstag.

Griechen wollen den Euro

Die Bereitschaft zum Einlenken gilt nach Angaben eines Athener Regierungsvertreters für die strittigen Fragen der Renten, Steuern und des Arbeitsmarkts. Nach einer neuen Meinungsumfrage plädieren inzwischen mehr als drei Viertel der Griechen für eine Verständigung mit den Geldgebern um jeden Preis, um das Land im Euro-Raum zu halten. Die Ratingagentur Moody's stufte die Bonität für den pleitebedrohten Staat unterdessen um einen weiteren Rang zurück.

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Schon am Mittwochabend hatte die Regierung angekündigt, sie wolle nun doch die Mehrheit der staatlichen Anteile an den beiden grössten Häfen des Landes verkaufen. Bei der Mehrwertsteuer könnte nach Angaben eines Regierungsbeamten ein einheitlicher Satz für alle Produkte und Dienstleistungen, mit Ausnahmen bei einigen Lebensmitteln und bei Büchern, eingeführt werden. Im Streit über die Rente könnten Ergänzungszahlungen beschnitten werden. Vor der ursprünglich geplanten Erhöhung des Mindestlohnes will die Regierung zunächst die Wirtschaftsorganisation OECD und die Internationale Arbeitsorganisation konsultieren.

(reuters/ise/ama)