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Gewonnen
Dilma Rousseff gewinnt Stichwahl knapp

Dilma Rousseff: Die bisherige Präsidentin Brasiliens wird im Amt bestätigt.  Keystone

Die Mehrheit der Brasilianer setzt auf Kontinuität und hat Dilma Rousseff gewählt. Mit dem Sieg bleibt die linke Arbeiterpartei bis 2018 an der Macht.

Veröffentlicht am 27.10.2014

Brasiliens Präsidentin Dilma Rousseff hat sich in der Stichwahl gegen den Mitte-Rechts-Kandidaten Neves durchgesetzt und sich eine zweite Amtszeit von vier Jahren gesichert. Sie erreichte am Sonntag nach Auszählung von 99,99 Prozent der Stimmen 51,64 Prozent.

Ihr Gegenkandidat Aécio Neves kam auf 48,36 Prozent. Mit dem Wahlsieg wird die linke Arbeiterpartei PT im fünftgrössten Land der Erde am Ende des neuen Mandats 2018 insgesamt 16 Jahre an der Macht sein.

«Ich will eine viel bessere Präsidentin sein»

Rousseff rief noch am Wahlabend zu Dialog und Einheit auf. Der Dialog werde ein zentrales Anliegen ihres zweiten Mandates sein, sagte die 66-jährige Links-Politikerin vor Anhängern in Brasília. Sie versprach, eine Volksabstimmung über eine Politikreform anzugehen. «Ich will eine viel bessere Präsidentin als bisher sein.»

Der unterlegenen Kandidat Neves räumte seine Niederlage ein und gratulierte Rousseff zum Wahlerfolg. «Ich habe einen guten Kampf gekämpft, meine Mission erfüllt und werde meinen Glauben behalten», sagte der 54-Jährige.

Kontinuität statt Wandel

Die knappe Mehrheit der Brasilianer setzte mit der Entscheidung auf Kontinuität. Vor allem die Wähler in den ärmeren Landesteilen im Nordosten folgten offenbar der Argumentation Rousseffs, dass mit einem Machtwechsel auch die in den vergangenen zwölf Jahren erreichten sozialen Errungenschaften in Gefahr seien.

Die von der PT massiv ausgeweitete Familiensozialhilfe (Bolsa Família) erreicht in Brasilien inzwischen bis zu 50 Millionen Menschen. Die Regierung schuf zudem Milliarden-Programme für den sozialen Wohnungsbau.

Wachstumsprobleme der Wirtschaft

Allerdings dümpelt das Wachstum der siebtgrössten Volkswirtschaft der Welt vor sich hin. Während Rousseff dafür vor allem die internationale Krise verantwortlich machte, sah ihr Herausforderer vorrangig interne Gründe wie eine mangelnde Infrastruktur und eine zu dirigistische Rolle des Staates in der Wirtschaft als Ursache.

Der mit Härte und gegenseitigen Vorwürfen geführte Wahlkampf hatte in Brasilien zu einer starken Polarisierung geführt. Eine der Hauptaufgaben der neuen Staatschefin wird es sein, die politische Spaltung des Landes zu vermindern.

Zudem steht die Regierung in den kommenden Jahren vor der Herausforderung, die Wirtschaft wieder anzukurbeln und die Inflation zu bekämpfen. In diesem Jahr dürfte das Wachstum des Bruttoinlandprodukts in dem Schwellenland nur bei etwa einem Prozent liegen.

Unruhe wegen Korruptionsskandal

Ein wichtiges Wahlkampfthema war auch die Korruption. Rousseff musste sich auf den letzten Metern der Kampagne mit Vorwürfen auseinandersetzen, sie habe von einem massiven Korruptionsskandal beim staatlich kontrollierten Öl-Konzern Petrobras gewusst.

Sie wies entsprechende Berichte als «Wahl-Terrorismus» zurück. 2013 waren Hunderttausende Menschen Brasilien aus Protest gegen Korruption, Misswirtschaft und Mängel in Bildungs-, Gesundheits- und Transportwesen auf die Strasse gegangen.

(sda/ise/me)

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