Nicht nur von aussen prasselt Kritik auf Gewerbedirektor Hans-Ulrich Bigler nieder. Auch innerhalb des Schweizerischen Gewerbeverbandes ist er wegen seinem ruppigen Stil und eigenmächtigen Vorgehen umstritten, berichtet die «Schweiz am Sonntag».

Es gebe eine Unzufriedenheit in breiten Kreisen des Gewerbes, sagte Gregor Saladin, Direktor der Schweizerischen Metall-Union. «Herr Bigler hat ein polarisierendes Auftreten. Sein Verhalten zu verstehen ist für mich schwierig, und ich höre das auch bei meinen Mitgliedern.»

Bigler verscheuche mit seinem hemdsärmligen Stil sogar politische Freunde des Gewerbes, weil er sie oft als Gegner behandle. Vor allem im Ausbaugewerbe ist der Unmut gross. So sagt Hans-Peter Kaufmann, Direktor des Gebäudetechnikverbandes Suissetec: «Wir hatten in letzter Zeit Probleme mit dem aggressiven Ton und der Art, wie Hans-Ulrich Bigler kommuniziert.»

Seit Anfang Jahr hätten darum etliche Gespräche mit ihm stattgefunden. «Er fasst die Leute manchmal so hart an, dass Geschirr zerschlagen wird», sagt Kaufmann. «Die aggressive Kommunikation, die sich auch gegen potenzielle Freunde richtet, die man bei anderer Gelegenheit wieder braucht, führt dazu, dass Brücken abgebrochen werden.» Über Bigler haben sich sogar mehrere Bundesräte beschwert. Innerhalb des Verbandes brodelt es. An der Vorstandssitzung in einer Woche wird es zu einer Aussprache über Biglers Auftreten kommen, wie Vorstandsmitglied Alfons P. Kaufmann, Präsident des Schweizerischen Maler- und Gipserunternehmer-Verbandes, bestätigt. Diskutiert wird auch, ob Bigler mit seiner polarisierenden Art der richtige Mann ist, um die Nein-Kampagne gegen die 1:12-Initiative zu führen.

Anzeige

(chb)