1. Home
  2. Politik
  3. Donald Trump will neue Zölle gegen China durchziehen

Handel
Donald Trump will neue Zölle gegen China durchziehen

Donald Trump
Donald Trump: Poltert gegen China, die EU, die WTO. Quelle: Chip Somodevilla/Getty Images

Donald Trump will neue Zölle gegenüber China umsetzen und bei der EU nicht nachgeben. Ausserdem erwägt er einen Austritt aus der WTO.

Veröffentlicht am 31.08.2018

Im Handelsstreit mit China zeigt sich US-Präsident Donald Trump einem Medienbericht zufolge entschlossen zur Umsetzung seiner Zollpläne. Trump habe Beratern gesagt, er werde die bereits vorgesehenen Abgaben auf weitere chinesische Importe im Volumen von 200 Milliarden Dollar nächste Woche in Kraft setzen lassen, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg am Donnerstag unter Berufung auf sechs namentlich nicht genannte Personen.

Damit würde sich der Konflikt zwischen den beiden grössten Volkswirtschaften weiter verschärfen. Die Meldung sorgte unmittelbar für Kursverluste an der Wall Street und schickte den US-Dollar zum Yen auf Talfahrt. An den Anleihemärkten gaben die Renditen für US-Staatsanleihen nach.

Anzeige

Keine Aufhebung der Autozölle gegen die EU

Trump wolle die Strafzölle in Kraft setzen lassen, wenn eine Frist zur öffentlichen Stellungnahme zu den Plänen am 6. September auslaufe, berichtete Bloomberg. Als Termin für die neuen Abgaben war zuvor der 5. September gehandelt worden. Die Zölle würden unter anderem für Technologie-Produkte, Fahrräder und Kleidung gelten. Einer der von Bloomberg zitierten Insider sagte aber, Trump habe noch keine endgültige Entscheidung getroffen.

Das US-Präsidialamt lehnte eine Stellungnahme zu den Informationen ab.Fast so schlimm wie China ist laut US-Präsident Donald Trump die Europäische Union. Ein Angebot der EU zur Aufhebung gegenseitiger Zölle auf Autos wies Trump gegenüber Bloomberg ebenfalls zurück. «Es ist nicht gut genug», sagte Trump am Donnerstagabend. Wenige Stunden zuvor hatte die EU-Handelskommissarin Cecilia Malmström erklärt, die EU sei bereit, ihre «Autozölle auf null zu reduzieren», wenn die USA dasselbe täten.

Handelsstreit

Alles was Sie über das Kräftemessen zwischen USA und China wissen müssen: in unserer Chronik.

«Ihr Kaufverhalten ist, ihre Autos zu kaufen, nicht unsere Autos zu kaufen», sagte Trump mit Blick auf Verbraucher in der EU. «Die Europäische Union ist fast so schlimm wie China, nur kleiner», sagte Trump weiter. Er drohte überdies mit einem Rückzug der USA aus der Welthandelsorganisation (WTO).

Vorwürfe gegenüber China

Trump wirft China unter anderem unfaire Handelspraktiken und den Diebstahl geistigen Eigentums vor, was die Pekinger Führung zurückweist. Vergangene Woche waren die ersten Handelsgesprässche der USA und der Volksrepublik seit Wochen ohne Durchbruch zu Ende gegangen. Noch während die Unterredungen auf Arbeitsebene liefen, hatten beide Regierungen gegenseitig neue Importzölle von 25 Prozent auf Güter im Volumen von je 16 Milliarden Dollar verhängt. Mit dieser neuen Eskalationsstufe werden bisher Abgaben auf Waren beider Seiten im Wert von jeweils 50 Milliarden Dollar fällig.

Trump hat aber damit gedroht, praktisch sämtliche China-Einfuhren in die USA im Volumen von mehr als 500 Milliarden Dollar mit Abgaben zu belegen. In diesem Umfang importiert die Volksrepublik gar keine Güter aus den USA, so dass Beobachter andere Formen der Vergeltung für möglich halten. So könnte die Pekinger Regierung US-Unternehmen in China stärker einschränken. Der Konflikt birgt Ökonomen zufolge Risiken für den Welthandel und die globale Konjunktur.

(reuters/me)