Schweizer Krankenhäuser sind zu teuer und arbeiten zu wenig profitabel. Das zeigen Recherchen der «Handelszeitung».

Obwohl diverse Behandlungen gemäss Berechnungen der Beratungsfirma Roland Berger rund dreimal mehr kosten als in Deutschland, verdienen die Kliniken zu wenig. «Um die notwendigen Investitionen in die Infrastruktur zu finanzieren, ist mindestens eine operative Marge von 10 Prozent nötig. Im Schnitt kommen Schweizer Spitäler derzeit aber nur auf 5 bis 6 Prozent», sagt Gesundheitsexperte Patrick Schwendener von der Prüfgesellschaft PwC.

Krankenhäuser leisten sich viel Personal

Damit aber nicht genug: «Das Schweizer Gesundheitswesen ist dreimal so teuer wie das deutsche, doch nur ein kleiner Teil davon ist durch ländertypische Unterschiede wie höhere Löhne oder höhere Kosten für Infrastruktur erklärbar», sagt Andreas Vogt von Roland Berger. Ein Grund ist, dass sich hiesige Häuser viel mehr Personal pro Patient leisten als Krankenhäuser in Europa.

«Die Spitäler müssen sich überlegen, wie sie ihre Mitarbeiter effizienter einsetzen.  Aufgrund unserer Erfahrungen in Schweizer Spitälern können diese [] nach organisatorischen und prozessualen Optimierungen mit 20 bis 30 Prozent weniger Personal die gleiche Leistung bei gleicher Qualität erbringen», rechnet der Roland-Berger-Experte vor.

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Für Direktor Andreas Gattiker vom GZO-Spital Wetzikon sind die Folgen des Sparzwangs bereits absehbar: «Mit dem Druck auf die Fallpauschale und der gleichzeitig vorhandenen Investitionsunterfinanzierung, könnten in Zukunft Löhne unter Druck geraten.»

Lesen Sie mehr zum Thema in der neuen Ausgabe der Handelszeitung, ab Donnerstag, an Ihrem Kiosk.