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Bauvorhaben
Durchmesserlinie trotz Baufehlern pünktlich fertig

Durchmesserlinie bisher für Regionalzüge: Der letzte Teil der Strecke öffnet für Fernverkehr. Keystone

Der letzte Teil der Durchmesserlinie öffnet pünktlich trotz Planungsfehlern: Ab 13. Dezember rollt auch der Fernverkehr auf der ausgebauten Strecke zwischen Hauptbahnhof Zürich und Altstetten.

Veröffentlicht am 27.04.2015

Auf einer Berg-und-Talfahrt vom Durchgangsbahnhof Löwenstrasse direkt nach Altstetten statt in einer Schlangenlinie über das halbe Gleisfeld in den Kopfbahnhof beim HB Zürich: Ab 13. Dezember ist die Durchmesserlinie (DML) auch für Fernverkehrszüge offen.

Nach rund sieben Jahren gehen die Bauarbeiten an der zweiten Etappe der DML in die letzte Phase, wie die SBB am Montag mitteilte. Die spektakulärsten Bauwerke zwischen dem Hauptbahnhof und Altstetten sind die beiden filigranen Brücken, die den ausfahrenden Zügen Richtung Westen dienen.

Langstrasse bis Hardbrücke

Die 394 Meter lange Kohlendreieckbrücke beginnt bei der Strassenunterführung Langstrasse und reicht bis zur Hardbrücke. Die anschliessende Letzigrabenbrücke überquert in einem grossen S-Bogen das gesamte Gleisfeld. Sie ist mit 1154 Metern das längste Bahnviadukt der Schweiz.

Seit Ende 2014 sind die Brücken im Rohbau fertig. Bis im Herbst werden nun Schienen und Schwellen verlegt sowie Fahrleitungen und Kabel eingebaut. Derzeit wird auf beiden Brücken eine feste Fahrbahn aus Beton erstellt.

Planungsfehler mit Folgen

Das war so nicht vorgesehen. Ursprünglich war ein Schotterbett geplant. Im vergangenen November war jedoch ein Konstruktionsfehler entdeckt worden. Jeweils über den Pfeilern hatten sich im Brückentrog feine Risse gebildet. Die Diagnose ergab, dass die Bodenplatte dort, wo sie auf den Pfeilern aufliegt, zu schwach dimensioniert war.

Um das Bauwerk zu retten, entschieden die Ingenieure, über jedem der 30 Pfeiler bis zu acht Vorspannkabel aus Stahl über die Fahrbahn einzuziehen und an der Aussenseite über Ankerköpfe zu fixieren. Die Querspannkabel halten den Betontrog zusammen und verhindern, dass sich die Bodenplatte nach oben wölben kann.

Weil diese Querspannkabel nicht lose unter den Gleisen geführt werden können, wird die Fahrbahn nicht geschottert, sondern auf der ganzen Länge mit einer 60 Zentimeter dicken Betonschicht versehen. Dank der zusätzlichen Betonplatte kann laut Abschnittsleiter Michel Brun die Gesamtstabilität der Brücken garantiert werden.

Testfahrten ab Oktober

Ab dem 5. Oktober beginnen auf der Kohlendreieck- und auf der Letzigrabenbrücke Testfahrten. Ab dem 13. Dezember verkehren dann vier Fernverkehrszüge pro Stunde und Richtung auf der Ost-West-Achse via Durchmesserlinie und halten im Bahnhof Löwenstrasse.

Richtung Westen fahren die Züge über die beiden einspurigen Brücken und überqueren so kreuzungsfrei das ganze Gleisfeld, bevor sie ab dem Bahnhof Altstetten die bestehenden Schnellzugsgleise benutzen. Das Wenden der Züge im Kopfbahnhof Zürich mit entsprechend langen Zwischenhalten gehört dann der Vergangenheit an.

Die Durchmesserlinie führt von Zürich-Altstetten nach Oerlikon. Die erste Etappe mit dem Durchgangsbahnhof Löwenstrasse und dem Weinbergtunnel war im Juni 2014 eingeweiht und für die S-Bahn in Betrieb genommen worden.

(sda/me/ama)

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