Der philippinische Präsident Rodrigo Duterte soll nach Aussagen eines ehemaligen Milizsoldaten früher Tötungen mutmasslicher Drogenhändler angeordnet haben. Edgar Matobato, ehemals Mitglied eines Todesschwadrons in Davao City, sagte am Donnerstag vor einem Untersuchungsausschuss im philippinischen Senat aus. Die Tötungen seien durchgeführt worden, als Duterte Bürgermeister der Stadt war.

«Es war unser Job, Kriminelle wie Drogenhändler, Vergewaltiger und Kidnapper zu töten», sagte Matobato. Er sei von 1988 bis 2013 als Mitglied des sogenannten Davao-Todesschwadrons an der Tötung von mehr als 50 Menschen beteiligt gewesen. Einige der Opfer seien zerstückelt und in einem Massengrab vergraben oder ins Meer geworfen worden.

Rigorose Anti-Drogen-Politik

Die Senatorin Leila de Lima, auf deren Initiative die Senatsanhörung des Zeugen zurückgeht, will die Ergebnisse der Anhörung dem Ombudsmann der Philippinen übergeben, der für Ermittlungen gegen kriminelle Regierungsvertreter zuständig ist.

Duterte weist Verbindungen zu Todesschwadronen zurück, warnte aber Kriminelle während seines Präsidentenwahlkampfes wiederholt, dass er sie töten werde. Seit seinem Amtsantritt im Juni verfolgt Duterte eine rigorose Anti-Drogen-Politik. Etwa 1400 verdächtige Drogenhändler- und Konsumenten wurden bei Polizeieinsätzen sei Anfang Juli getötet. In weiteren knapp 1500 ungeklärten Tötungsfällen ermittelt die Polizei.

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(sda/gku/ama)