Im Kanton St. Gallen können am 24. September erstmals etwa 30'000 Stimmberechtigte aus vier Pilotgemeinden und aus dem Ausland elektronisch abstimmen. St. Gallen setzt auf das E-Voting-System «CHvote» des Kantons Genf.

Der Bundesrat hatte die Einführung des Systems vergangene Woche bewilligt. Neben St. Gallen und Genf verwenden auch die Kantone Aargau, Bern, Basel-Stadt und Luzern «CHvote». Neuenburg und Freiburg hingegen haben sich für ein System der Post entschieden.

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30'000 Stimmberechtigte

In St. Gallen können gut 30'000 Stimmberechtigte aus den vier Pilotgemeinden Goldach, Kirchberg, Vilters-Wangs und Rapperswil-Jona sowie 7000 Auslandschweizerinnen und -schweizer übers Internet abstimmen. Widnau als weitere Pilotgemeinde folgt später, wie Staatssekretär Canisius Braun vor den Medien sagte.

Die Pilotgruppen erhalten Stimmausweise, auf denen personalisierte E-Voting-Codes aufgedruckt sind. Diese zeigen den Stimmberechtigten, ob ihre Stimmen korrekt via Internet in der digitalen Urne eingegangen sind. Damit das Stimmgeheimnis gewahrt bleibt, werden die Stimmen «elektronisch geschüttelt».

Sicherheit entscheidend

Sicherheit sei entscheidend, erklärte Braun. So kommen bei der Übermittlung der Daten modernste Verschlüsselungstechnologien zum Einsatz, und die elektronischen Abstimmungsresultate werden nach mehreren Kriterien auf ihre Plausibilität überprüft.

Verläuft das Pilotprojekt erfolgreich, will der Kanton St. Gallen ab 2019 sämtlichen rund 265'000 Stimmberechtigten die Möglichkeit bieten, elektronisch an Wahlen und Abstimmungen teilzunehmen. Dazu wird das Wahl- und Abstimmungsgesetz angepasst. Die Stimmabgabe an der Urne und das briefliche Stimmen werden beibehalten.

Ausschlaggebend dafür, dass St. Gallen auf das E-Voting-System aus Genf setzt, war laut dem St. Galler Staatsekretär der Preis. Das Kostendach für die Einführung in St. Gallen beträgt 1,8 Millionen Franken. Langfristig soll E-Voting kostengünstiger werden als das heutige Abstimmen auf Papier.

(sda/cfr/chb)