Ebola breitet sich in Westafrika immer weiter aus. Senegal bestätigte den ersten Fall der zumeist tödlich verlaufenden Krankheit. Das Gesundheitsministerium erklärte, es handele sich um einen Patienten, der aus Guinea eingereist sei. Dort hatte die Epidemie im März ihren Anfang genommen. Sie hat seitdem Sierra Leone, Liberia und Nigeria erfasst. Um die eigene Bevölkerung gegen die Seuche zu schützen, hatte Senegal in der vergangenen Woche seine Grenze zu Guinea geschlossen.

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Senegal dient Hilfsorganisationen wie auch den Vereinten Nationen (UN) als Drehkreuz für ihre Einsätze im westlichen Teil der Sahelzone. Auch viele Unternehmen leiten ihre Geschäfte in Westafrika von dem nun von Ebola betroffenen Land aus.

Mehr als 3000 Patienten

Die Behörden melden in Westafrika bislang mehr als 3000 Patienten, von denen über 1500 der Krankheit erlegen sind. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schätzt, dass sich mehr als 20'000 Menschen mit dem Virus infizieren werden. Die Dunkelziffer dürfte schon jetzt deutlich höher liegen, weil viele Betroffene aus Angst vor Ausgrenzung ihre Erkrankung verheimlichen. So soll auch der erste Ebola-Patient in Senegal den Ärzten verschwiegen haben, dass er engen Kontakt mit Infizierten hatte und in Guinea bereits unter Beobachtung stand.

Angesichts der schnellen Ausbreitung arbeiten Pharmakonzerne unter Hochdruck an der Entwicklung neuer Medikamente. Bislang sind noch keine Arzneien zugelassen. Ein Impfstoff der Firma GlaxoSmithKline soll jedoch in einem beschleunigten Verfahren in Grossbritannien und den USA an gesunden Freiwilligen erprobt werden.

(reuters/chb)