An einer kurzfristig einberufenen Medienorientierung liess Economiesuisse die Katze aus dem Sack. «Rudolf Wehrli stellt sein Amt als Präsident aufgrund der zeitlichen Belastung auf den «Tag der Wirtschaft» Ende August zur Verfügung» schreibt der Dachverband der Wirtschaft in einer Medienmitteilung. «Ich habe zur Kenntnis nehmen müssen, dass die mir neben meinen übrigen Funktionen und Ämtern für die Verbandsführung zur Verfügung stehende Zeit nicht ausreicht, um dieser zunehmend anspruchsvolleren Aufgabe die nötige Aufmerksamkeit widmen zu können», sagte Wehrli.

Gleichzeitig bekommt der Verband auch einen neuen Geschäftsführer. «Wegen unterschiedlicher Auffassungen bezüglich der strategischen Ausrichtung» verlässt Pascal Gentinetta per sofort den Verband. Interimistisch übernimmt Chefökonom Rudolf Minsch den Vorsitz der Geschäftsleitung.

Erfahrung bei Clariant

Die Economiesuisse war bei einigen Abstimmungen mit ihrer Position gescheitert, zuletzt etwa bei der Abzocker-Initiative von Thomas Minder. Danach gab es heftige Kritik am Präsidenten, der sich im Abstimmungskampf kaum je öffentlich äusserte. Auch der Geschäftsführer wurde kritisiert. Der Doppelrücktritt ist insofern auch eine direkte Folge dieses Debakels.

Wehrli hatte das Amt erst am 1. Oktober 2012 angetreten. Er war damals einstimmig gewählt worden. Er löste Gerold Bührer ab. Wehrli ist Präsident des Verwaltungsrats der Clariant mit langjähriger Erfahrung in der Wirtschaft auf operativer und strategischer Ebene.