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Zuwanderung
Ecopop-Initiative bleibt gültig für Abstimmung

Die Ecopop-Initiative wird nicht für ungültig erklärt, liess die Staatspolitische Kommission des Ständerats (SPK) wissen. Das wäre als Signal schwierig zu vermitteln gewesen.

Veröffentlicht am 24.02.2014

Die Staatspolitische Kommission des Ständerats (SPK) will die Ecopop-Initiative nicht für ungültig erklären. Nach Meinung der Kommissionsmehrheit ist die Einheit der Materie gewahrt. Auch von einem Gegenvorschlag will die SPK nichts wissen. 

Nach der Annahme der Masseneinwanderungs-Initiative vor zwei Wochen hat die Initiative «Stopp der Überbevölkerung – Zur Sicherung der natürlichen Lebensgrundlagen» der Vereinigung Umwelt und Bevölkerung (Ecopop) zusätzlich Brisanz gewonnen. Die Initiative will nicht nur Kontingente für die Zuwanderung einführen, sondern diese auf 0,2 Prozent der ständigen Wohnbevölkerung beschränken.

Mit vielen Risiken behaftet

Die inhaltliche Verwandtschaft hatte aber zu Gedankenspielen geführt, wie die Ecopop-Initiative als Vehikel zur Umsetzung respektive Relativierung der SVP-Initiative benutzt werden könnte. Die Mehrheit der SPK war jedoch der Meinung, dass dem Bundesrat bei der ohnehin anspruchsvollen Umsetzungsarbeit nicht zusätzliche Erschwernisse bereitet werden sollten, wie Kommissionspräsidentin Verena Diener (GLP/ZH) im Anschluss an die Sitzung der SPK am Montagabend vor den Bundeshausmedien erklärte. «Das zu vermischen wäre mit zu vielen Risiken behaftet gewesen.«

Einen direkten Gegenvorschlag, der in einen neuen Verfassungsartikel gemündet hätte, lehnte die Kommission mit 8 zu 4 Stimmen ab. Ein indirekter Gegenvorschlag, mit dem unter Umständen die Masseneinwanderungs-Initiative hätte umgesetzt werden können, fiel mit 7 zu 2 Stimmen durch. Mit 9 gegen 1 Stimme empfahl die SPK dem Ständerat die Initiative zur Ablehnung.

Zuvor musste sie sich jedoch noch mit der Frage der Gültigkeit der Ecopop-Initiative auseinandersetzen. Ständerat Urs Schwaller (CVP/FR) hatte schon im Vorfeld angekündigt, einen Antrag auf Ungültigerklärung zu stellen, weil die Einheit der Materie nicht gewahrt sei.

Gültigkeit musste geprüft werden

Dieses Gültigkeitserfordernis steht in Frage, weil die Initiative nicht nur die Begrenzung der Zuwanderung verlangt, sondern zugleich einen Teil der Gelder für Entwicklungszusammenarbeit zwingend für freiwillige Familienplanung einsetzen will. Weil es bei beiden Zielen am Schluss um Nachhaltigkeit geht, sah die SPK die Einheit der Materie nicht verletzt, wie Diener sagte.


Der Entscheid fiel mit 9 zu 4 Stimmen. In den Entscheid flossen laut Diener auch politische Überlegungen mit ein: Nach der Annahme der Masseneinwanderung-Initiative wäre es der Bevölkerung sehr schwer zu vermitteln gewesen, wenn man ausgerechnet die Ecopop-Initiative für ungültig erklärt hätte, sagte sie. Dieser Aspekt habe zwar nicht den Ausschlag gegeben, aber dazu geführt, dass die SPK die Frage der Gültigkeit nicht noch vertiefter abklären liess. Die Initiative kommt in der Frühjahrssession in den Ständerat.

Revision der Einbürgerung

Bei der Revision des Bürgerrechtsgesetzes, mit der die Regeln für Einbürgerungen verschärft werden, dürften sich die eidgenössischen Räte hingegen nicht so rasch einig werden. Die SPK ist bei diesem Thema weitgehend auf dem eingeschlagenen Kurs geblieben.

Einig sind sich die Räte, dass die Niederlassungsbewilligung (C-Ausweis) künftig Voraussetzung sein soll für den roten Pass. Umstritten ist aber, wie lange ein Gesuchsteller in der Schweiz gelebt haben muss, um eingebürgert zu werden. Der Nationalrat verlangt zehn Jahre, der Ständerat acht.

Dabei soll es auch bleiben. Die SPK empfiehlt der kleinen Kammer, an ihrer Version festzuhalten, wie SPK-Präsidentin Verena Diener (GLP/ZH) im Anschluss an die Sitzung vor den Bundeshausmedien sagte. Die Mehrheit hatte sich gegen eine weitere Verschärfung ausgesprochen, da bereits die Grundvoraussetzungen für eine Einbürgerung strenger werden sollen. Der Entscheid fiel in der Kommission jedoch knapp mit 6 zu 5 Stimmen bei 2 Enthaltungen.

Kriterien für eine erfolgreiche Integration 

Die SPK hält auch daran fest, dass nicht die Zeit zwischen dem fünften und dem fünfzehnten, sondern jene zwischen dem zehnten und dem zwanzigsten Lebensjahr doppelt angerechnet werden soll. Bei der kantonalen Aufenthaltsdauer und bei der Anrechenbarkeit einer vorläufigen Aufnahme will die SPK ebenfalls bei der Version des Ständerats bleiben.

Einlenken empfiehlt sie dagegen bei den Kriterien für eine erfolgreiche Integration. Statt nur auf mündliche Sprachkenntnisse abzustellen, empfiehlt die SPK, wie der Nationalrat auch schriftliche Sprachkenntnisse zu verlangen. Der Ständerat berät in der Frühlingssession über die Vorlage.

(sda/me)

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