1. Home
  2. Politik
  3. Ecopop-Initiative für die Swiss verheerend

Abstimmung
Ecopop-Initiative für die Swiss verheerend

Bruno Gehrig: «Eingeschränkten Anbindung der Schweiz an Europa.»   Swiss

Bruno Gehrig warnt. Eine Annahme der Ecopop-Initiative hätte für die Fluggesellschaft einschneidende Folgen, so der Swiss-Präsident. Man müsse dann das Streckennetz «erheblich» verkleinern.

Veröffentlicht am 26.10.2014

Bruno Gehrig rechnet damit, dass die bilateralen Verträge mit der EU gekündigt würden, wenn die Ecopop-Initiative angenommen würde. Das wäre für die Swiss einschneidend, weil das Luftverkehrsabkommen die Gleichstellung mit den Fluggesellschaften der EU garantiert, so der Präsident der Fluggesellschaft. Fällt es weg, kämen die alten bilateralen Abkommen mit den einzelnen Ländern zum Zug.

«Diese sind nicht einheitlich und enthalten unzählige Restriktionen, was die Anzahl Destinationen und Frequenzen betrifft», sagte Gehrig zur Zeitung «Schweiz am Sonntag». Bis zu einer Neuverhandlung müsste mit einer erheblichen Reduktion der Flugziele aus der Schweiz in die EU-Länder gerechnet werden. «Neben der eingeschränkten Anbindung der Schweiz an Europa hätte dies auch einen negativen Einfluss auf unseren Hub-Betrieb und unser finanzielles Resultat», sagt er weiter.

Nicht mehr genügend Fachkräfte

Auch andere Manager warnen. Eine Annahme der Ecopop-Initiative wäre «eine Katastrophe» für sein Unternehmen, sagt Roche-Chef Severin Schwan. Ohne offene Grenzen sei es nicht mehr möglich, hier zu forschen. Mit anderen Worten: In der Pharmaindustrie wären Jobs gefährdet. Drastisch drückt es der Unternehmer und ehemalige SVP-Nationalrat Peter Spuhler aus. Er sagt, die Ecopop-Initiative führe unweigerlich zu einer Verlagerung von Arbeitsplätzen ins Ausland. Denn wegen der starren, extrem tiefen Zuwanderungslimite könnten nicht mehr genügend Fachkräfte ins Land geholt werden.

Laut Swissmem-Präsident Hans Hess würde das insbesondere Forschung und Entwicklung treffen. Alarmstimmung herrscht auch beim grössten Schweizer Milchverarbeiter Emmi. «Wenn wir nicht mit Europa zusammenarbeiten wollen, wird auch Europa nicht mehr mit uns zusammenarbeiten», sagt Konzernchef Urs Riedener zur «Schweiz am Sonntag». Für Emmi würde dies heissen, dass ein Produkt wie Caffè Latte, das in der Schweiz produziert wird und heute in Europa Marktführer ist, im Ausland weniger verkauft würde. Die Folgen sind für Riedener klar: «Wenn wir weniger Produkte exportieren könnten, würde der Export von Arbeitsplätzen wohl ein realistisches Szenario.»

«Gefährlicher und populistischer Egotrip»

Die Politik wettert ebenso. Ecopop sei «ein gefährlicher und populistischer Egotrip». Dies sagt Innenminister Alain Berset (SP). «Ein Ja zu dieser Initiative hätte deutliche und sehr negative Auswirkungen für die Schweiz. Deshalb sage ich: Ecopop ist ein Egoflop.» 

(se)

Anzeige