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Protest
Eine kleine EZB-Feier hinter viel Stacheldraht

Frankfurt: Fast 10'000 Beamte sind im Einsatz. Keystone

Eine Sperrzone mit Gittern und Draht ist eingerichtet, fast 10'000 Beamte sind im Einsatz: So wird die feierliche Eröffnung der neuen EZB-Türme in Frankfurt abgeschottet.

Veröffentlicht am 18.03.2015

Die Europäische Zentralbank (EZB) wird ihren Neubau in Frankfurt am Main an diesem Mittwoch unter massiven Protesten eröffnen. Die Polizei rechnet mit mindestens 10'000 Demonstranten gegen die EU-Krisenpolitik und befürchtet gewalttätige Ausschreitungen. Das kapitalismus- und bankenkritische Blockupy-Bündnis hatte angekündigt, die Eröffnungsfeier und den Arbeitsalltag der rund 2600 EZB-Beschäftigten mit Blockaden und Aktionen des zivilen Ungehorsams zu verhindern.

Die schon vor einiger Zeit bezogene neue EZB-Zentrale im Stadtteil Ostend ist deshalb seit Montag wie eine Festung gesichert. Eine Sperrzone mit Gittern und Nato-Draht ist eingerichtet. Zwischen 5000 und 9000 Beamte aus ganz Deutschland sind im Einsatz, hinzu kommen noch rund 700 Bundespolizisten.

Die Eröffnungsfeier selbst ist in kleinerem Rahmen geplant. Neben EZB-Präsident Mario Draghi werden Hessens Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) und Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) als Redner erwartet.

Demonstrationszug angekündigt

Der DGB hat für den Mittag (12.00 Uhr) zu einem Demonstrationszug zum EZB-Gelände aufgerufen. Der Protest richte sich gegen die Politik der EZB in Südeuropa. Den in Schwierigkeiten geratenen Ländern müssten Investitionen zugesagt werden, anstatt sie weiter auszupressen, sagte der Frankfurter DGB-Vorsitzende Harald Fiedler. Wie viele Teilnehmer kommen werden, sei nicht vorherzusehen – es könnten 200 oder auch 2000 werden.

Deutlich grösser soll die Hauptdemonstration von Blockupy werden. Veranstalter und Polizei rechnen mit rund 10'000 Demonstranten, die im Berufsverkehr am Nachmittag (17.00 Uhr) durch die Innenstadt ziehen wollen. Zuvor werden bei einer Kundgebung unter anderem die Linken-Politikerin Sahra Wagenknecht, der Mitbegründer der spanischen Protestpartei Podemos, Miguel Urban, der Kabarettist Urban Priol und die kanadische Globalisierungskritikerin Naomi Klein erwartet.

(awp/ise/chb)

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